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Ebay führt in Europa Mehrwertsteuer und neue Preisstruktur ein

05.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen einer neuen EU-Richtlinie wird das Internet-Autionshaus Ebay zum 1. Juli in Europa für sämtliche Gebühren und Provisionen Mehrwertsteuer berechnen. Die Höhe der Steuer leitet sich von dem EU-Land ab, in dem der Ebay-Verkäufer wohnt. Hiesige Kunden müssen dementsprechend eine Abgabe von 16 Prozent auf ihre Gebühren leisten, in Großbritannien beträgt der Mehrwertsteuersatz 17,5 Prozent, schwedische Anbieter zahlen gar ein Viertel mehr als bislang. Gewerbetreibende können jedoch ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bei Ebay melden und bleiben somit auch weiterhin von der Abgabe befreit.

In Deutschland und Großbritannien nahm das Internet-Auktionshaus die Einführung der Mehrwertsteuer zum Anlass, um seine Preisliste neu zu strukturieren. So behält Ebay hierzulande etwa trotz zusätzlicher Steuer die Gebühr für Angebote mit einen Startpreis von unter einem Euro (25 Cent) bei. Gleichzeitig nahm das Unternehmen die Gelegenheit wahr, um einige Gebühren zusätzlich zu erhöhen. So wurde etwa im Bereich Mobilia eine neue Preisstufe eingeführt: Verkäufer, die Autos, Boote, etc. zu einem Startpreis von mindestens 250 Euro anbieten, müssen ab 1. Juli mit einem Aufschlag um 100 Prozent rechnen. Detaillierte Informationen über die anstehenden Veränderungen beim Ebay-Pricing finden Interessierte auf folgender Website.

Die Auswirkungen der Besteuerung auf das internationale Geschäft von Ebay seien schwer vorhersehbar, erklärte Unternehmenssprecher Kevin Pursglove gegenüber dem "Wall Street Journal". Erfahrungsgemäß komme es nach jeder Gebührenerhöhung zu einem kurzzeitigen Rückgang der Nachfrage, so Pursglove, spätestens nach anderthalb Monaten normalisiere sich die Situation jedoch wieder. (mb)