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E-Plus und Mobilcom kommen sich näher

10.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Mobilfunkunternehmen E-Plus und Mobilcom erwägen Gerüchten zufolge eine Fusion. Ein vorstandsnaher Mobilcom-Manager äußerte sich gegenüber der "Financial Times Deutschland", er könne "nicht ausschließen, dass die beiden Unternehmenschefs über dieses Thema sprechen".

Mögliche Konstellation eines Merger wäre ein Dreierbündnis mit dem britischen Mobilfunkbetreiber Orange, der zu France Télécom gehört. Demnach würde Orange E-Plus kaufen, anschließend könnte das Unternehmen mit Mobilcom zusammengehen. An dem Unternehmen aus Schleswig hält France Télécom eine Minderheitsbeteiligung. Resultat wäre ein Konzern, der sich - zumindest hinsichtlich der Kundenzahl - den Branchenführern T-Mobile und Vodafone annähern würde. Die beiden Unternehmen haben jeweils etwa 22 Millionen Kunden, E-Plus und Mobilcom würden es gemeinsam auf 13 Millionen bringen. Orange-Chef Jean-Francois Pontal nannte die Übernahme von E-Plus eine Option.

Nach den hohen Verlusten der niederländischen TK-Gesellschaft KPN, die 77.8 Prozent der Anteile an E-Plus hält, gilt der deutsche Mobilfunkbetreiber als ein potenzieller Übernahmekandidat. Aber auch der mögliche Käufer Orange ist nicht sonderlich gut aufgestellt, nachdem alle Anbieter unter denselben Problemen, nämlich den hohen Ausgaben für UMTS-Lizenzen und -Netzaufbau, leiden. Mit der Fusion würde Orange von E-Plus Schulden in Höhe von dreizehn Milliarden Euro erben, weitere 5,6 Milliarden Euro Verbindlichkeiten kämen von Mobilcom. Außerdem müsste das fusionierte Unternehmen eine deutsche UMTS-Lizenz zurückgeben und die Kosten in Höhe von 8,5 Milliarden Euro abschreiben.