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E-Plus plant Personalabbau

19.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die defizitäre KPN-Tochter E-Plus will ihre Kosten durch Entlassungen senken. Der drittgrößte Mobilfunkanbieter in Deutschland geht jedoch nur von geringfügigen Stellenstreichungen aus und setzt dabei vor allem auf die natürliche Fluktuation. "Betriebsbedingte Kündigungen wird es auf keinen Fall geben", betonte Unternehmenssprecherin Catrin Glücksmann gegenüber der CW. Sie wies die in einem Artikel der "Financial Times Deutschland" erwähnte Größenordnung von bis zu 500 der rund 4500 Beschäftigten als "eindeutig zu hoch" zurück.

Laut Glücksmann findet derzeit eine Reorganisation des Konzerns vor allem im Servicebereich statt. Die betroffenen Mitarbeiter sollen dabei größtenteils intern weitervermittelt werden. Bereits seit Mitte Oktober 2001 gelte bei E-Plus ein Einstellungsstopp, mit dem man auf die derzeitigen Marktbedingungen reagiert habe. "Allerdings suchen wir weiterhin nach High Potentials", sagte Glücksmann. Zu den geplanten Stellenstreichungen will E-Plus erst dann Details bekannt geben, wenn die Verhandlungen mit dem Betriebsrat abgeschlossen sind.

Am gestrigen Montag hatte KPN für sein Geschäftsjahr 2001 einen Nettoverlust von 7,5 Milliarden Euro und damit das höchste Defizit eines niederländischen Konzerns in der Geschichte des Landes veröffentlicht. An den schlechten Zahlen sind vor allem die enorm hohen Abschreibungen auf E-Plus schuld. Dennoch hält KPN-Chef Ad Scheepbouwer an der deutschen Tochter fest. Anders lautende Berichte, wonach man sich von dem deutschen Mobilfunkgeschäft trennen wolle, bezeichnete er als unbegründet. (ka)