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E-Plus liegt KPN schwer im Magen

31.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Carrier KPN rutschte im ersten Halbjahr 2000 aufgrund der E-Plus-Übernahme in die roten Zahlen. Der TK-Carrier aus dem Nachbarland meldete einen Nettoverlust von 19 Millionen Euro und blieb damit hinter den Prognosen der Wall Street zurück, wo man von einem Gewinn von 24 Millionen Euro ausgegangen war. Ein Jahr zuvor verbuchte KPN noch einen Profit von 416 Millionen Euro. Ohne die Akquisition des deutschen Mobilfunkanbieters hätte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Profit von 647 Millionen Euro und damit eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 43 Prozent ausgewiesen. Positiv entwickelte sich jedoch der Umsatz: KPN erreichte mit Rekordeinnahmen von 5,2 Milliarden Euro ein Wachstum von 29,5 Prozent.

Auch die Zukunft sieht nicht rosig aus. Finanzvorstand Maarten Henderson warnte die Anleger davor, dass KPN sein anvisiertes Jahresziel von 3,6 Milliarden Euro vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) wahrscheinlich um mehrere Hundert Millionen Euro verfehlen werde. Die Gründe dafür dürften vor allem in den hohen Aufwendungen für die Neukundengewinnung sowie für die erworbene deutsche UMTS-Lizenz liegen. Nach dem Rückzug von Bieterpartner Hutchison Whampoa muss der niederländische Carrier nun alleine für die Lizenz- und Netzaufbaukosten gerade stehen.