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E-Plus: Kundenwachstum stockt

03.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Mobilfunkunternehmen E-Plus ist hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Der Düsseldorfer Netzbetreiber konnte im letzten Quartal des Jahres 2003 statt der prognostizierten 300.000 nur 242.000 Neukunden hinzugewinnen. Das sind weniger neue Teilnehmer als im dritten Quartal. Im Gegensatz dazu gelang es den beiden größten Anbietern T-Mobile und Vodafone , im letzten Quartal das Weihnachtsgeschäft nutzen, um ihren Kundenstamm deutlich auszubauen.

Trotz des schwachen vierten Quartals konnte E-Plus letztes Jahr die anvisierte Zahl von insgesamt acht Millionen Kunden übertreffen. Das Unternehmen zählte Ende Dezember 8,2 Millionen Verbraucher und will dieses Jahr auf neun Millionen kommen. E-Plus ist für den Erfolg seiner Mutter, dem niederländischen TK-Konzern KPN, lebenswichtig. Die Deutschen trugen letztes Jahr mit 937.000 Neukunden wesentlich zu den insgesamt 1,2 Millionen von KPN gewonnenen Mobiltelefonierern bei. Allerdings konnte auch E-Plus nicht verhindern, dass die Nachfrage nach dem i-mode-Dienst nur schleppend verlief. Bislang wurden lediglich 870.000 Interessenten akquiriert.

Mit gut acht Millionen Teilnehmern hat E-Plus in Deutschland einen Marktanteil von zwölf Prozent. Um am deutschen Markt langfristig überleben zu können, halten Marktbeobachter jedoch einen Anteil von 20 Prozent für erforderlich. Deshalb kommt es immer wieder zu Fusionsgerüchten um E-Plus und den vierten hierzulande aktiven Netzbetreiber O2. Das Münchner Unternehmen wies Ende September 2003 in seiner Bilanz 5,2 Millionen Kunden aus. Durch einen Zusammenschluss könnte ein dritter großer Anbieter entstehen, der T-Mobile und Vodafone stärker unter Druck setzt. Bislang war der finanziell angeschlagenen E-Plus-Mutter KPN der mögliche Kaufpreis für O2 aber zu hoch. (pg)