Homerecording im Trend

Dylan, Bohlen und ich

08.09.2008
Dank des Computers können Hobby-Musiker ihre eigenen Songs für wenig Geld aufnehmen, abmischen und im Internet veröffentlichen. Nur das Talent sollte man zum Homerecording mitbringen.

Wer seine Klangkünste in ordentlicher Qualität festhalten möchte, muss kein professionelles Tonstudio aufsuchen. Der Hobby-Keller tut's auch. Die nötige Aufnahmetechnik ist inzwischen relativ günstig. Einen guten Song garantiert das zwar noch nicht, dennoch liegt Homerecording im Trend. "Hobby-Musiker ohne großes Budget profitieren davon, dass die komplette Musikproduktion in den Rechner verlegt wurde", erklärt Holger Steinbrink, Geschäftsführer von audio-workshop, einem Anbieter für Seminare zur Musikproduktion und Tontechnik mit Sitz in Waldorf (Rheinland-Pfalz). "Online-Netzwerke wie Myspace und Youtube vereinfachen es heutzutage, sich ohne großen Aufwand einem breiten Publikum zu präsentieren", sagt Andreas Hau, Experte für Aufnahmetechnik und Buchautor aus Saarbrücken.

Von 50.000 ambitionierten Homerecordern in Deutschland geht Seminarleiter Holger Steinbrink aus. Die Zahl der gelegentlichen Hobby-Produzenten dürfte noch um Einiges höher ausfallen. Zunehmend interessierten sich von der Popstar-Laufbahn träumende Musik-Neulinge für Homerecording-Einführungskurse. Typische "Homerecorder" seien allerdings nicht zwingend am Broterwerb interessierte Amateurmusiker, die über Erfahrung am Instrument und über das nötige Kleingeld verfügen, so Steinbrink. Denn wegen des rapiden Preisverfalls - vor 20 Jahren habe eine Grundausstattung noch so viel wie ein Kleinwagen gekostet - müssten Einsteiger heute nur ein paar hundert Euro auf den Tisch legen.

"Wer nur ein Instrument und seinen Gesang aufzeichnen will, dem genügt ein sogenannter Mobilrekorder für zwei Spuren ab 200 Euro", erklärt Andreas Hau. Das einem Kassettenrekorder ähnelnde, aber mit Flashspeicherkarten arbeitende Gerät biete sich erst recht dann an, wenn man in der Freizeit nichts mit Computern zu tun haben möchte, empfiehlt der Autor dews Buches "Homerecording Guide". Bei höheren Ansprüchen führt aber kein Weg am Rechner vorbei - sofern er nicht zu alt ist. Ein schneller Prozessor und viel Arbeitsspeicher seien vorteilhaft, denn die Audiobearbeitung sei mitunter rechenintensiv, sagt Andreas Hau. Zudem sollte der Computer mit einem Audio-Interface, also einer besonderen, für Musikaufnahmen geeigneten Soundkarte ausgestattet werden.

Inhalt dieses Artikels