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Dubioses Finanzgebaren lässt Legato abstürzen

04.04.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktie von Legato Systems brach gestern um bis zu 58 Prozent ein, nachdem bekannt geworden war, dass der Anbieter von Speicher-Management-Software möglicherweise seine Bilanz für das abgeschlossene vierte Quartal korrigieren muss. Legato hatte festgestellt, dass einige seiner Vertriebsleute offenbar noch nicht unterzeichnete Abschlüsse verbucht hatten, die bislang noch mit sieben Millionen Dollar zum Quartalsumsatz beitragen. Die zuständigen Wirtschaftsprüfer nehmen die Vorgänge gerade unter die Lupe; eine Pflichtveröffentlichung ("10-K-Filing") bei der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) wurde vorerst verschoben.

Legato hatte bereits im vorhergehenden Quartal seine Bilanz nachbessern müssen, die Aktie des Unternehmens war daraufhin um 45 Prozent eingebrochen. Außerdem geht die Company für den laufenden Dreimonatszeitraum von einem unerwartet geringen Umsatz aus. Statt der von Analysten erhofften rund 70 Millionen Dollar Umsatz erwartet das Unternehmen nur noch Einnahmen von zirka 55 Millionen Dollar. Dazu gesellt sich noch eine Personal-Hiobsbotschaft: Der für den weltweiten Vertrieb zuständige Vice President David Malmstedt hat das Unternehmen verlassen. Seine Nachfolge übernimmt Executive Vice President Ken Smith, bislang verantwortlich für strategische Partnerschaften.