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Droht Microsoft ein Kartellverfahren in Europa?

17.12.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein EU-Gericht hat die Europäische Kommission mit der Untersuchung beauftragt, ob Microsoft seine Marktdominanz in Frankreich unfair ausgenutzt hat. Konkret geht es um die Wiederaufnahme einer alten Antitrust-Klage, die der französische Softwarehändler Micro Leader Business 1996 gegen die Gates-Company eingereicht hatte. Darin beschuldigte er die Redmonder, durch ein illegales Abkommen mit den französischen Microsoft-Distributoren den Import von billiger Microsoft-Software aus Kanada blockiert zu haben. Die EU hatte die Klage 1998 abgelehnt. Nun wird Brüssel Unterlassung vorgeworfen und eine neue Untersuchung gefordert. Die Kartellbehörde der Europäischen Kommission hatte im letzten Monat bekanntgegeben, schon mindestens zwei Antitrust-Klagen gegen Microsoft zu prüfen (CW Infonet berichtete). Abgesehen davon hat Brüssel bislang nicht beschlossen, das Marktverhalten des Softwaregiganten generell zu überprüfen.