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Droht dem Fiskus-Projekt nach 13 Jahren und 900 Millionen Euro das Ende?

01.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Entwicklung einer einheitlichen Software für die bundesdeutsche Finanzverwaltung steht nach einem Bericht des "Tagesspiegel" möglicherweise kurz vor dem Scheitern. Demnach sei es der vor drei Jahren gegründeten Fiskus GmbH nicht gelungen, das Projekt voranzubringen. Derzeit würden lediglich zwei Teilprogramme für Grunderwerbssteuer und Bußgelder funktionieren. Bund und Länder als Gesellschafter der GmbH warten auf einen Prüfungsbericht, der auch dem Bundestag vorgelegt werden soll. Bislang durchgesickerte Informationen des bereits für Februar 2004 erwarteten Berichts sprechen von mangelhafter Organisation bei Fiskus und den staatlichen Eigentümern.

Bereits 1991 hatten Vertreter von Bund und Ländern beschlossen, für die rund 650 Finanzverwaltungen in Deutschland eine einheitliche Software zu entwickeln. Ursprünglich waren 170 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt. Nach internen Querelen um Kompetenzen und daraus resultierenden Verzögerungen bei der Entwicklung, sollte 2001 eine eigens für das Projekt gegründete Gesellschaft das Vorhaben retten. Doch die Vorzeichen dafür standen von Anfang an schlecht. So verabschiedete sich Bayern bereits zum Start der Fiskus GmbH von der gemeinsamen Entwicklung und zog die ostdeutschen Bundesländer mit, die seitdem nur noch nominell teilnehmen. Mittlerweile haben die Entwicklungsarbeiten rund 900 Millionen Euro verschlungen. (ba)