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DRAMs führen in Zukunft auch mehr Befehle auf einmal aus

05.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Was bei Mikroprozessoren schon seit langem gang und gäbe ist, soll demnächst auch bei Speicherbausteinen eingeführt werden: Das Multi-Threading. Dahinter verbirgt sich die Fähigkeit eines Chips, mehrere Befehle (threads) gleichzeitig ausführen zu können. Rambus Inc., Lizenzgeber von Designs für Speicherbausteine und Bus-Schnittstellen, hat die Technik, die beispielsweise Intel und Sun in den hauseigenen Mikroprozessoren verwenden, nun unter dem Namen "Microthreading" auf DRAMs adaptiert. Die zukünftigen DRAMs sollen Grafikanwendungen auf PCs und Spielekonsolen mehr Leistung und realistischere Darstellungen verschaffen.

Grafikprozessoren teilen komplexe Bilder in kleinere Einheiten ("triangles") auf, um genauere Darstellungen zu erreichen. Derzeit transferieren die DRAMs vom Typ "Graphics Double Date Rate" (GDDR) auch diese kleinen Datenmengen mit der voller Bandbreite des Speicherchips zum Grafikcontroller. In Zukunft sollen vier Threads parallel ausgeführt werden können. Damit wird nicht nur die Geschwindigkeit der DRAMs erhöht, sondern auch die Stromaufnahme.

Wie gewohnt will Rambus das zum Patent angemeldete Verfahren an Hersteller von Speicher- und Grafikchips lizenzieren. Bislang wurden aber noch keine Verträge geschlossen. Die Technik, die noch einige Jahre bis zur Marktreife benötigt, soll auch an den "Cell"-Prozessor angepasst werden, der in zukünftigen Playstations zum Einsatz kommen soll. (kk)