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DRAM-Preisabsprachen: Infineon zahlt 160 Millionen Dollar Strafe

16.09.2004

Der Münchner Chiphersteller Infineon hat sich vor einem US-Gericht schuldig bekannt, zwischen Juli 1999 und Juni 2002 die Preise für DRAM-Speicherchips mit anderen Anbietern abgesprochen zu haben. Wie das US-Justizministerium mitteilte, ist das Unternehmen bereit, ein Bußgeld von 160 Millionen Dollar zu zahlen. Es handelt sich dabei um die drittgrößte Geldstrafe, die die Kartellabteilung des Justizministeriums je verhängt hat.

Die Behörde hatte im Juni 2002 Untersuchungen wegen Preisabsprachen gegen DRAM-Hersteller wie Infineon, Samsung, Hynix oder Micron aufgenommen, nachdem die seit gut zwei Jahren rückläufigen Preise für Memory-Chips im Frühjahr 2002 plötzlich angestiegen waren. Während die Münchner nun Reue zeigten und bereit sind, bei den Ermittlungen gegen weitere DRAM-Herstellern zu kooperieren, wird Micron zusätzlich zu dem Vorwurf die Behinderung der Justiz angelastet.

Wie Infineon mitteilte, sei die Strafsumme gänzlich von den Rückstellungen des Unternehmens im dritten Quartal gedeckt, die Zahlung erfolge in gleichen Raten bis 2009. Außerdem habe man Kontakt mit den betroffenen Kunden aufgenommen - es handelt sich dabei um Computerhersteller wie Dell, Compaq, Hewlett-Packard oder Apple - und mit den meisten bereits eine Einigung erzielt. Hinsichtlich der übrigen dieser Kunden sei in Kürze mit einer Einigung zu rechnen. (mb)