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Domain-Namen aus dem Computer

28.05.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Domain-Namen sind inzwischen begehrte Investitionsobjekte. Diesem Trend folgend hat eine Gruppe britischer Studenten das Vergabeverfahren unter einem systematischen Ansatz perfektioniert: Seit Februar des Jahres reservierten sie die Rechte an 75 000 freien Domains, die alle aus vier Buchstaben gebildet werden. Da dreistellige Domains à la "msn.com" bereits zu einem Großteil registriert sind, hofften die Studenten auf eine saftige Rendite beim Weiterverkauf der Web-Adressen. Das Registrierungsunternehmen Network Solutions hat jedoch inzwischen die Domains wieder freigegeben, auf die Initiatoren des als "Cybersquatting" bezeichneten Verfahrens kommen voraussichtlich keine finanziellen Forderungen zu. Allein die Kosten der Registrierungen hätten sich auf mehr als fünf Millionen Dollar belaufen.

Mit einer eigens für den Zweck entwickelten Software suchten sich die Studenten freie Web-Adressen aus der Datenbank von Network Solutions, die bis vor kurzem allein für die Registrierung verantwortlich waren. Das Unternehmen war angesichts der Anfragenmenge überfordert und mußte nun "logistische Probleme" sowie Verzögerungen zugeben. Ein Sprecher von Network Solutions bezeichnete die Studenteninitiative als "technologischen Vandalismus".