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DOJ nimmt Verisign unter die Lupe

24.01.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das US-Justizministerium hat eine kartellrechtliche Untersuchung des Softwareherstellers Verisign begonnen. Damit reagierte das DOJ (Department of Justice) auf eine Beschwerde von Entrust Technologies, ebenfalls Experte für digitale Zertifizierungssoftware, das sein Abkommen mit Thawte Consulting aus Südafrika schützen will. Verisign hatte vor kurzem Thawte, einen weiteren Anbieter im Root-Key-Markt, erworben und damit Mitbewerber Entrust ausgestochen, der ebenfalls an dem Kauf interessiert war. Verisign sicherte Entrust anschließend jedoch zu, dessen Deal mit dem südafrikanischen Hersteller zu berücksichtigen. Demnach sollen Entrusts Root-Keys bis zum Juni 2002 in allen neuen Microsoft- und Netscape-Browsern an die Thawte-Schlüssel gekoppelt sein, so dass Entrust-Kunden Websites ohne Registrierung besuchen können.

Danach sollen die Entrust-Schlüssel ein weiteres Jahr mit den in allen erhältlichen Browser-Editionen existierenden Root-Keys von Thawte verknüpft sein. Mit dieser Zusicherung von Verisign wollte sich Entrust jedoch nicht zufrieden geben, verlangte bessere Konditionen, drohte mit einem Ultimatum und wandte sich letztendlich an das DOJ. Verisign hat alle wettbewerbsrechtlichen Vorwürfe zurückgewiesen und unterstellt dem Konkurrenten, mit dieser Aktion nur einen noch besseren Deal aushandeln zu wollen. Bei Root-Keys handelt es sich um eine in Browser integrierte Technologie, die die Besucher einer Homepage authentifiziert, ohne dass sie sich anmelden müssen.