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Distributed-Computing-Projekt will Anthrax bekämpfen

11.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Forschern der amerikanischen National Foundation for Cancer Research (NFCR) und der englischen Universität Oxford haben in den vergangenen 24 Tagen 3,5 Milliarden Milzbrand-Moleküle nach einem Proteinblocker durchforstet. Dazu wurden die Rechenlasten auf mehrere Millionen Privat-PCs verteilt. Den Wissenschaftlern ist es so gelungen, rund 12.000 Substanzen zu benennen, aus denen sich möglicherweise ein Gegenmittel gegen den tückischen Erreger gewinnen lässt.

Wer an dem Projekt teilnehmen wollte, konnte ähnlich wie wie beim bekannten Seti@Home-Projekt einen Bildschirmschoner aus dem Internet herunterladen, der nicht benötigte Rechenzeiten dazu nutzte, um Anthrax-Moleküle zu analysieren. Die Software sendete die Ergebnisse an die Server der Forschungseinrichtungen und besorgte automatisch neue Analyse-Aufgaben (Computerwoche online berichtete). Ursprünglich hatten die Organisatoren des Projekts damit gerechnet, dass die Berechnung der Moleküle mindestens drei Monate dauern würde.

Die gefundenen Substanzen werden jetzt in Labors des US-Verteidigungsministeriums und des National Institute of Health weiter getestet. Üblicherweise dauert es rund zehn Jahre, bis aus Basisstoffen brauchbare Medikamente werden, so Dr. Anna Johnson-Winnegar, im Pentagon zuständig für chemische und biologische Abwehrmaßnahmen. (lex)