IT-Manager wetten

Digitalisierung rettet die Energiewende

26.02.2018
Von Ralf Werner
Ralf Werner wettet, dass in fünf Jahren mit Hilfe von Dezentrali­sie­rung, Mobilisierung und Flexibilisierung der Energieströme, erzeugt durch digitale Sektorenkopplung und ­Blockchain-Technik, die vereinbarten Klimaziele erreicht werden.
Autor Ralf Werner ist Head of IT Management bei Open Grid Europe.
Autor Ralf Werner ist Head of IT Management bei Open Grid Europe.
Foto: Open Grid Europe

Wagen wir einfach mal einen Zeitsprung in das Jahr 2023 und schauen von dort zurück, was sich seit 2018 in der Energiewelt getan hat.

Seit Donald Trump für die USA aus dem Pariser Klima-Abkommen ausgestiegen war, hatten sich die globale Klimasituation und der Diskurs über ihre Ursachen noch einmal verschärft. Zahlreiche Länder stellten ihre Pariser Klimaziele zugunsten kurzfristiger wirtschaftlicher Opportunitäten zurück, obwohl viele Studien einen direkten Zusammenhang zwischen erhöhtem CO2-Ausstoß und Klima-Effekten nachgewiesen hatten.

Innerhalb der EU hatte vor einigen Jahren ein Umdenken stattgefunden, das dazu führte, die Dekarbonisierung, das heißt eine CO2-freie Energiewelt mit grünen Energieträgern, als wesentliches Teilziel des Klima-Abkommens schneller, nachhaltiger und verbindlicher umzusetzen.

Diese politische Willenserklärung hatte in den Jahren ab 2018 zu einschneidenden und teils disruptiven Veränderungen in der Energiewelt geführt, mit denen sich nicht nur die etablierten Marktteilnehmer, sondern auch der gewachsene Regulierungsrahmen konfrontiert sahen.

Als Ergebnis dieser fundamentalen prozessua­len und regulativen Transformation befindet sich Europa im Jahr 2023 in einer völlig neu organisierten Energiewelt, in der Energiesektoren unabhängig von Energie-Arten (Strom, Gas, Wärme) zusammenwachsen, Geschäftsprozesse weit­ge­hend selbstreguliert, digital und hochautomatisiert ablaufen und dezentrale Markteilnehmer entstanden sind, die bestehende Wettbewerber mit neuen Geschäftsmodellen verdrängen. Rückblickend ergeben sich zwei Kernfragen:

• Was ist zwischen 2018 und 2023 passiert, damit eine derartige Transformation gelingen konnte?

• Welche Einflussfaktoren trieben diese Transformation?

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Diese Fragen können auf unterschiedlichen Ebenen beantwortet werden. Sicherlich bildeten politischer und regulativer Rahmen das Fundament eines derartigen Veränderungsprozesses. Ohne eine Anpassung des 2018 bestehenden Regu­lierungsrahmens und eine neue Regelsetzung für alle Marktteilnehmer konnte eine derartige Transformation nicht gelingen.

Aber der Fokus soll im Folgenden weniger auf den politischen, sondern mehr auf den technologischen und prozessualen Veränderungen liegen. Die Erfolgsfaktoren der Transformation in den Jahren 2018 bis 2023 waren:

1. Dezentralisierung und Mobilisierung der Ener­gie-Angebote durch Digitalisierung.

2. Digitale Sektorkopplung als Lösung für nachhaltige Energiespeicherung.

3. Einführung eines selbstregulierten Energiesystems 2023 auf Basis der Blockchain-Technologie.

Dezentralisierung und Mobilisierung der Energie-Angebote durch Digitalisierung (2018 bis 2019)

Der erste Schritt in eine neue Energiewelt hat die Rolle des Kunden im Fokus, der zum Prosumer (Produzent und Consumer) wird, indem er Solar- und Windstrom sowie Biogas dezentral erzeugt, verbraucht oder ins Gesamtsystem einspeist. Der Prosumer nutzt digitale Prozesse und mobile Devices, mit denen er Erzeugung, Verbrauch und Einspeisung der Energie vollautomatisiert über Sensoren kostenoptimiert steuert und sie zum Teil zwischenspeichert.

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Foto: cio.de

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Inhalt dieses Artikels

 

Jürgen Schöttle

Lieber Herr Werner,
was wird denn so die kWh in Zukunft kosten?
mfG
Jürgen Schöttle

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