Social Collaboration

Digitale Zusammenarbeit wird erfolgskritisch

09.08.2019
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Immer mehr Mitarbeiter in Deutschland nutzen Social-Collaboration-Tools. Laut einer Studie erhöht sich dadurch die Arbeitseffizienz um bis zu 50 Prozent.
  • In rund 60 Prozent der deutschen Unternehmen befindet sich Social Collaboration in der Implementierungs- oder Planungsphase.
  • Mitarbeiter nutzen für Information und Kommunikation häufiger aktuelle digitale Technologien als Meetings, Telefonate oder E-Mails.
  • Künftig wird die Integration von künstlicher Intelligenz in die Social-Collaboration-Tools eine wichtige Rolle spielen

Der Reifegrad für Social Collaboration steigt in deutschen Unternehmen weiter an. Bei identischem Teilnehmerfeld erhöhte er sich im Vergleich zum Vorjahr von 3,96 auf 4,23 auf einer Skala von 1 bis 7. Dieses Ergebnis brachte die 4. Deutsche Social Collaboration Studie 2019 von Campana & Schott und der Technischen Universität Darmstadt zutage. Ein hoher Reifegrad bedeutet, dass Mitarbeiter für Information und Kommunikation häufiger aktuelle digitale Technologien nutzen als Meetings, Telefonate oder E-Mails.

Social-Collaboration-Tools setzen sich in deutschen Unternehmen mehr und mehr durch.
Social-Collaboration-Tools setzen sich in deutschen Unternehmen mehr und mehr durch.
Foto: Rawpixel - shutterstock.com

Durch den intensiven Einsatz von Social-Collaboration-Tools wie Enterprise Social Networks verbessert sich die Arbeitseffizienz um bis zu 50 Prozent. Im vergangenen Jahr lag dieser Effekt noch bei 30 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten nimmt zudem eine stärkere Zusammenarbeit über verschiedene Teams und Abteilungen hinweg wahr. "Das bedeutet: Neue Formen der Zusammenarbeit werden durch Collaboration-Tools unterstützt - oder sogar erst ermöglicht - und sind für den langfristigen Geschäftserfolg unverzichtbar", erläutert Eric Schott, CEO von Campana & Schott und einer der Initiatoren der Studie.

Eric Schott: "Neue Formen der Zusammenarbeit werden durch Collaboration-Tools unterstützt - oder sogar erst ermöglicht - und sind für den langfristigen Geschäftserfolg unverzichtbar."
Eric Schott: "Neue Formen der Zusammenarbeit werden durch Collaboration-Tools unterstützt - oder sogar erst ermöglicht - und sind für den langfristigen Geschäftserfolg unverzichtbar."
Foto: Eric Schott - Campana & Schott

Den Bedarf haben inzwischen fast alle Unternehmen in Deutschland erkannt. So spielen nur für ein Viertel der Teilnehmer Social-Collaboration-Tools bislang kaum eine Rolle. Dagegen befinden sich 59,4 Prozent in der Implementierungs- oder Planungsphase, 16,8 Prozent haben die Einführung überwiegend abgeschlossen. Moderne digitale Technologien zur Zusammenarbeit werden somit in naher Zukunft ein selbstverständlicher Teil des Arbeitsplatzes sein.

Unternehmen nehmen die Einführung zu leicht

Der Weg dorthin kann aber durchaus steinig sein. Knapp zwei Drittel (65,4 Prozent) der Befragten sind nicht damit zufrieden, wie Social-Collaboration-Tools bislang in ihrem Unternehmen eingeführt wurden. Die Gründe dafür sind insbesondere eine mangelnde Berücksichtigung konkreter Bedürfnisse einzelner Mitarbeiter und zu wenig Zeit, sich mit den Werkzeugen zu beschäftigen. Hier zeigt sich, dass die Beschäftigten bei der Einführung neuer Technologien und Prozesse durch Change-Management begleitet werden müssen.

Investitionen in Social Collaboration
Investitionen in Social Collaboration
Foto: www.campana-schott.com

Die Studie belegt klar, dass umfassende Maßnahmen zu einer erfolgreichen Implementierung von Social-Collaboration-Tools führen. Gelingt dies, nutzen die Befragten die Tools häufiger und sind dadurch effizienter in der Bearbeitung von Aufgaben und dem Aufbau von Wissen. Zudem empfinden sie ein geringeres Risiko, Fehler zu machen.

"Der Aufwand für ein ganzheitliches Change-Management kann erheblich sein, doch die Studie bestätigt einmal mehr, dass es sich lohnt und gar nicht anders geht", merkt Schott an. Schließlich nutze die beste Anwendung nichts, wenn die Mitarbeiter sie nicht effizient einsetzen oder gar heimlich ablehnen. Konkret heiße das, wenn Social-Collaboration-Tools sinnvoll in die bestehenden Arbeitsprozesse integriert werden und zu unmittelbar spürbaren Verbesserung im eigenen Alltag der Mitarbeiter führen, seien sie ein wichtiger Beitrag zur digitalen Organisation der Zukunft.

KI-Anwendungen mit hohem Potenzial

Künftig wird die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in die Social-Collaboration-Tools eine zunehmende Rolle spielen, ob als Chatbot zur Unterstützung von Mitarbeitern oder als Hilfe bei der Suche nach Informationen und dem richtigen Experten. Tatsächlich erwarten viele Mitarbeiter, dass damit die Arbeit effizienter und hochwertiger wird (jeweils über 40 Prozent). Die Zukunft des eigenen Arbeitsplatzes oder das Geschäftsmodell ihres Arbeitgebers sehen die Teilnehmer dabei kaum in Gefahr. Diese positive Einstellung gegenüber KI liegt vielleicht auch an ihrer Erfahrung mit Heimlösungen wie Alexa, Cortana & Co. So empfinden schon 41,6 Prozent der Befragten das Gespräch mit einer Maschine als ebenso gut oder besser als das mit einem Menschen.