Webcast

Digitale Transformation leicht gemacht

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Digitalisierung ist eng mit dem Stichwort Plattform verbunden. Am Beispiel des Werkzeugherstellers MAPAL zeigt ein Computerwoche-Webcast, was das in der Praxis heißt.
Der Weg in die Digitalisierung ist nicht immer ganz einfach.
Der Weg in die Digitalisierung ist nicht immer ganz einfach.
Foto: KravOK - shutterstock.com

Cloud, Vernetzung, Plattform, Change - Digitalisierung berührt viele Aspekte. Wie IT-Chefs das komplexe Thema angehen können, schildert ein Webcast der Computerwoche.

Timo Deiner, Solution Advisor Expert bei SAP, und sein Kollege Uwe Klasing, Solution Architect, beziehen klar Position: Agilität ist kein Privileg für Startups. Cloud-basierte Service-Plattformen ermöglichen Industrie-Unternehmen, eine "IT der zwei Geschwindigkeiten" umzusetzen. Die Perspektive des Praktikers bringt Peter Gantner ein. Er ist Chief Digital Officer (CDO) bei MAPAL. Die Moderation des Webcast übernimmt Detlef Korus von der Computerwoche.

Das mit der "IT der zwei Geschwindigkeiten" will Deiner nicht als Nachteil verstanden wissen. Ihm geht es darum, das Beste aus den zwei Welten herauszuholen. "Spätestens jetzt macht es Sinn, über eine Plattform nachzudenken", sagt er.

Digital Leader Award

Digital Leader Award

Wie stellt sich die Idee der Plattform beim Werkzeugmacher MAPAL dar? Hier geht es zunächst einmal um ganz Handfestes. Das Unternehmen arbeitet für OEMs - damit sind seine Produkte sehr viel mehr als nur ein Rädchen im Getriebe. "Werkzeuge haben einen gewissen Lebenszyklus, den müssen wir in den Daten abbilden", erklärt Gantner. So will ein Tool-Manager beispielsweise wissen, wann ein Bohrer nachgeschliffen werden muss und wie oft dieser Vorgang wiederholt werden darf. Außerdem bietet MAPAL Dienstleistungen rund um die Werkzeuge an.

Gemeinsam mit SAP baute Gantner die Plattform c-Com auf. Werkzeugbeschaffung, Einkauf, Werkzeugverwaltung - "wir wurden von unseren Kunden nach immer mehr Daten gefragt und haben überlegt, wie wir ihnen diese Informationen zur Verfügung stellen können", berichtet der MAPAL-CDO, "und zwar, ohne dass die Kunden auf unser ERP-System zugreifen."

Der Tool-Manager mit dem iPad

Heute läuft ein Tool-Manager mit seinem iPad durch die Hallen und kann über c-Com alle Daten erfragen. Mit welchem Bohrer genau hat er es zu tun, wurde der schon einmal repariert, was kostet das Teil, all diese Informationen sind in der Datenbank hinterlegt.

Doch das ist noch nicht alles: "Wir laden unsere Stammdaten hoch und der Kunde macht dann einen Link zwischen Werkzeug und Bauteil", erklärt Gantner. Der Nutzer erhält also nicht nur alle technischen Daten des Werkzeugs, sondern kann dessen Performance im Bauteil beobachten. Der CDO: "Da haben sie schon den ersten Use-Case!" MAPAL kann für den Kunden ausrechnen, wann er Teile nachordern muss. "Damit reduzieren wir Aufwände des Kunden im Einkaufs-Management", sagt Gantner.

Das Konzept kommt an. Als MAPAL die Plattform c-Com im vorigen September auf der Branchenleitmesse AMB vorstellte, gab es durchgängig positive Resonanz, berichtet Gantner.

"Und warum findet das Ganze in der Cloud statt?", will Moderator Korus von dem MAPAL-CDO wissen. "Wir wollten das auf einer neutralen Fläche haben", erklärt dieser. Als weitere Argumente nennt er die Stichworte Skalierbarkeit und Verfügbarkeit. Für den Partner SAP sprach, dass viele von MAPALs Kunden mit SAP arbeiten.

"Wir haben im Startup-Modus gearbeitet"

Über die Kooperation der beiden Partner berichtet SAP-Manager Klasing: "Wir haben im Startup-Modus gearbeitet." Spannend ist für ihn auch die Kooperation mit Apple. Doch egal, mit welchem Player - Klasing ist sich immer der Bedeutung des Datenschutzes bewusst. "Die Use-Case-Daten gehören dem Kunden, da hat MAPAL keinen Zugriff drauf", betont auch Gantner. Dabei zeigen die Kunden in seinem Arbeitsalltag ganz unterschiedliche Einstellungen. "Wir kennen Kunden, die sagen 'du kannst alles haben, Hauptsache, du optimierst'", schmunzelt er, "andere wollen alles on premise." SAP-Experte Deiner fügt an: "Cloud heißt ja nicht zwingend, dass alle Daten in der Cloud sind."

Für Gantner geht es nun darum, den gesamten Wertschöpfungsprozess sukzessive zu digitalisieren. Deshalb verfügt MAPAL über eine Connection zu Siemens Mindsphere.

Unabhängig vom Beispiel MAPAL erkundigt sich Moderator Korus bei den Webcast-Nutzern in einer spontanen Umfrage, ob sie bereits produktive Anwendungen mit einer Cloud-Plattform umgesetzt haben. Gut vier von zehn (41 Prozent) bejahen. Eine weitere Umfrage zeigt, dass knapp sechs von zehn (58 Prozent) die bessere Vernetzung mit Partnern, Kunden und Lieferanten als einen Schwerpunkt ihrer Digitalisierungsinitiativen ansehen.

MAPAL-CDO Gantner jedenfalls spricht nach wie vor ein einer "engen Zusammenarbeit" mit SAP, auch, wenn er Wert darauf legt, das nötige Wissen im Hause zu behalten. Die Plattform C-Com wird wachsen. "Da ist sehr viel Potenzial drin", sagt Gantner.

Hier den Webcast ansehen