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Digital Fountain - die Streaming-Revolution?

17.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die in San Franzisko ansässige Startup-Company Digital Fountain hat mit finanzieller Rückendeckung von Branchenriesen wie Microsoft, Cisco und Sony eine neue Server-Technik entwickelt, die das so genannte Streaming von Audio- und Videodaten über das Netz revolutionieren könnte.

Digital Fountains "Meta-Content" arbeitet genau wie bisherige Verfahren paketbasiert - mit einem gravierenden Unterschied allerdings: Die einzelnen Packets müssen nicht wie üblich in der vorgesehenen Originalreihenfolge beim Empfänger eingehen. Statt dessen erzeugt das Verfahren zufällige mathematische "Schnappschüsse" des Inhalts der zu übertragenden Datei. Während bei herkömmlichem Streaming eine aus 1000 Paketen bestehende Datei genau dann beim Empfänger zusammengesetzt wird, wenn alle 1000 Datenpakete in korrekter Folge eingetroffen sind, überträgt Meta-Content 1050 Pakete - diese aber in beliebiger Reihenfolge. In den unendlichen Weiten des Internet verschollene Packets bremsen die Übertragung nicht aus.

Die Streaming-Hardware von Digital Fountain arbeite in der Folge beim Transport von Musik oder Filmen bis zu 30 mal effektiver als bisherige Lösungen, so der Hersteller. Die Technik lässt sich auch zur Beschleunigung von Software-Downloads einsetzen. Kreativer Kopf hinter Meta-Content ist übrigens Michael Luby (47), ein zuvor an der University of California at Berkeley tätiger Informatiker.