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Diese 10 Dinge hat das Internet getötet

23.06.2019

Platz 3-5: Heiße Exfreundinnen, Manieren und ganze Alben

3. Heiße Exfreundinnen und alte Helden

Egal wie es gerade um die aktuelle Beziehung steht, es war schon immer schön, sich ein paar Minuten der Sehnsucht nach alten Helden und Flammen hinzugeben. Im Geist waren diese dann genauso berauschend wie vor Jahrzehnten, als man zusammen einen heißen Sommertag verbracht hat oder mit offenem Mund seinem Fußballidol beim Einlaufen zusah. Aber jetzt sind sie alle bei Facebook und man weiß mehr als man manchmal wissen möchte. Dazu kommt, dass aktuelle Bilder einem ins Bewusstsein rufen, dass der einstige Held und die große Jugendliebe genauso alt und fett geworden sind wie man selbst.

Gibt es für manchen auch eine gute Nachricht? Es gibt einen Grund dafür, warum Facebook in älteren Studien als Mitursache für 20 Prozent der Scheidungen genannt wurde. Aber trauen Sie nicht jedem: Britische Forscher stellten einen Anstieg der sexuell übertragbaren Krankheiten fest, zum Teil, so sagten sie, könnte man das auf soziale Netzwerke und die dadurch grundlegend veränderten Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme zurückführen.

4. Stille Zurückhaltung und gute Manieren

Die Möglichkeiten für stille Zurückhaltung und effektive Dementis hat das Internet ausgelöscht. Das Zerreißen, Diskutieren und Zerlegen von Geschehnissen und Gerüchten ist zu einer eigenen Form der Unterhaltung geworden; ganze Seiten widmen sich diesem Thema und bieten Gott und der Welt die Möglichkeit, zu allem ihren Senf abzugeben. Man denke nur an das Youtube-Format "Die Zerstörung von xyz". Es verwundert auch nicht, dass man in Internetforen und auf anderen Plattformen selten einen guten Umgangston antrifft. Zwar gibt es auch im Internet Orte, an denen gute Manieren zählen und Verstößen effektiv geahndet werden - aber dass diese immer seltener werden, sticht deutlich ins Auge.

5. Das Anhören von ganzen Alben

Erinnern Sie sich daran, wie Sie mit leuchtenden Augen Ihre erste CD (oder gar Schallplatte) der Lieblingsband in den Player (bzw. auf den Plattenspieler) geschoben haben? Wie Sie der runden Scheibe voll Ehrfurcht die ersten Töne entlockt haben? Ihre Kinder werden das recht sicher nicht mehr erleben. Nicht nur das Konzept von Musik allgemein verändert sich durch das Internet und die Möglichkeiten der "molekularen" Verteilung im 20. Jahrhundert, sondern der Gedanke eines Albums an sich wird infrage gestellt. In den vergangenen Jahren sank der Umsatz mit kompletten Alben - sogar inklusive der Online-Versionen - um 55 Prozent auf weniger als 400 Millionen im Jahr 2009. Im gleichen Zeitraum ist der Umsatz mit einzelnen Songs von null auf fast 1,2 Milliarden angestiegen.

Apple iTunes und File-Sharing-Netzwerke haben das Anhören und Entdecken kompletter Alben eines Künstlers völlig verdrängt, mehr als ein Lied von einem Künstler am Stück hört sich kaum noch jemand an. Unsere Kinder werden uns vielleicht bemitleiden - aber wenn man ehrlich ist, wissen sie vielleicht einfach nicht, was sie da verpassen.