Kommentar

Die Zukunft liegt nicht in Redmond

10.01.1997

Das Netz- und System-Management ist ein gnadenloses Geschäft. In den nächsten Jahren, so verrät uns die Gartner Group, wird sich der Markt erheblich konzentrieren. Zur Jahrtausendwende kontrollieren nur noch drei oder vier Anbieter Vertriebskanäle und technische Schnittstellen, glauben die Analysten.

Hewlett-Packard wird sicherlich dazugehören. Das Unternehmen kann vor allem mit einem Pfund wuchern - der ungebremsten Entwicklung von Applikationen für die Openview-Plattform durch Drittanbieter. Im Zuge des allgemeinen Windows-NT-Booms tut das Unternehmen sicherlich auch gut daran, sich die Unterstützung Microsofts zu sichern.

Doch die Zukunft liegt nicht in Redmond. Bei der Weiterentwicklung und Etablierung der Internet- und vor allem der Intranet-Technologie ist Bill Gates nicht mehr der Taktgeber. Microsoft scheint zu einem Softwareriesen angewachsen, der in diesem dynamischen Markt nur noch reagiert, statt zu agieren. Die Innovationen kommen von Konkurrenten wie Oracle, Netscape oder Sun.

Während also Sun, Mitbewerber von HP, mit seinen Töchtern direkten Zugriff auf die Innovations- und Entwicklungsquelle hat, muß der Openview-Anbieter über Partner das Potential der Zukunfts-Techniken anzapfen. Am Erfolg derartiger Partnerprogramme wird sich HP künftig messen lassen, wenn es unter den großen vier nicht zu einem kleinen Anbieter schrumpfen will.