IT-Experten weiter stark gefragt

Die wichtigsten Karrieretrends für 2018

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Für den Fachkräfteatlas wertet Stepstone seit 2012 monatlich mehr als zwei Millionen Stellenanzeigen aus unterschiedlichen digitalen und analogen Quellen aus unterteilt nach Berufsgruppen und Bundesländern. Für den Gehaltsreport 2017 hat das Unternehmen die Gehaltsdaten von 60.000 Fach- und Führungskräften ausgewertet.
  • IT-Experten sind laut dem Fachkräfteatlas von StepStone weiterhin stark gefragt
  • Bewerber erwarten schnelles Feedback und wollen mehr Verantwortung
  • Auch die Firmenkultur ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor

Die deutsche Wirtschaft boomt, viele Unternehmen suchen Personal. Die Online-Jobbörse Stepstone hat die Trends des Vorjahres anhand einer Reihe von Studien analysiert. Es zeigt sich: Die Ansprüche der Bewerber steigen ständig.

Gut qualifizierte Fachkräfte werden weiterhin stark gesucht. Doch auch die Ansprüche der Bewerber steigen.
Gut qualifizierte Fachkräfte werden weiterhin stark gesucht. Doch auch die Ansprüche der Bewerber steigen.
Foto: everything possible - shutterstock.com

1. IT-Fachkräfte sind gefragt wie nie

Das Stellenangebot für Fach- und Führungskräfte in Deutschland ist dem "Stepstone Fachkräfteatlas 2017" zufolge in allen Berufsgruppen angestiegen. Beinahe monatlich erreichte die Anzahl der Stellenausschreibungen für Spezialisten neue Rekordwerte. Wie schon in den vergangenen Jahren waren IT-Experten sowie Mitarbeiter im Gesundheitswesen besonders gefragt.

2. Akademiker sind begehrt und gut bezahlt

Das Durchschnittsgehalt für Fach- und Führungskräfte in Deutschland liegt derzeit bei rund 57.100 Euro brutto im Jahr. Die höchsten Gehälter ­bekommen Ärzte (82.700 Euro), Ingenieure (65.200 Euro), Juristen sowie IT-Experten (je 62.400 Euro). Akademiker verdienen im Schnitt jährlich 17.000 Euro mehr als Berufstätige mit abgeschlossener Ausbildung.

3. Die Mitarbeiter kennen ihren Marktwert

Acht von zehn Beschäftigten beurteilten die Lage 2017 auf dem Arbeitsmarkt aus ihrer Per­spektive gut, mehr als ein Drittel sogar besser als in den vergan­genen Jahren - so das Ergebnis einer weiteren Stepstone-Befragung. Wird ein Jobwechsel angestrebt, geht es vor allem um ein höheres Gehalt sowie mehr Freiheit und Entscheidungskompetenz in der Gestaltung des Arbeitstags und der Tätigkeiten. Der Aspekt der Jobsicherheit spielt eine untergeordnete Rolle.

4. Jobsuchende erwarten schnelles Feedback

Der Bewerbungsprozess von der Jobsuche bis zur Vertragsunterschrift darf aus Sicht der Bewerber nicht länger als zwei Monate dauern. Eine erste verbindliche Rückmeldung - über eine Eingangsbestätigung hinaus - erwartet die Mehrheit nach zwei Wochen. Weitere Studienergebnisse der Jobbörse zeigen: Unattraktive Stellenanzeigen oder fehlende Informationen in Ausschreibungen sind für vier von zehn Fachkräften ein Grund, sich nicht zu bewerben. Fast jeder Vierte wird abgeschreckt, wenn er ein Online-Bewerbungsformular des Arbeitgebers nutzen soll.

5. Bewerber blicken hinter die Kulissen

Menschen, die den Job und Arbeitgeber wechseln, möchten diese Entscheidung auf einer möglichst breiten Informationsbasis fällen. Schon bevor sie sich bewerben, wollen sich Jobsuchende ein konkretes Bild vom Unternehmen verschaffen. Sechs von zehn Fachkräften suchen in Stellenanzeigen gezielt nach Informationen zur Unternehmenskultur des Arbeitgebers, 40 Prozent wünschen sich authentische Aussagen zum Unternehmen aus Sicht der Mitarbeiter - so das Ergebnis einer weiteren Befragung.

6. Kandidaten wollen mehr Verantwortung

Rund drei Viertel der Fachkräfte in Deutschland (77 Prozent), so haben Stepstone und Kienbaum gemeinsam herausgefunden, bevorzugen flache Hierarchien. Sogar 85 Prozent gaben an, dass sie möglichst selbst­bestimmt arbeiten möchten. Knapp 60 Prozent sind der Ansicht, dass schlanke Unternehmensstrukturen mehr Innovationen ermöglichen.

7. Firmenkultur ist ein Wettbewerbsfaktor

Sechs von zehn Fachkräften achten bei der Jobsuche gezielt darauf, dass es nicht nur fachlich, sondern auch menschlich passt. Unternehmen mit einer transparent und ehrlich kommunizierten Unternehmenskultur sind im Wettbewerb um die Talente im Vorteil. Nur 14 Prozent der Studienteilnehmer ist die Bezahlung wichtiger als die Firmenkultur.

Studien zum Arbeitsmarkt

Für den Fachkräfteatlas wertet Stepstone seit 2012 monatlich mehr als zwei Millionen Stellen­anzeigen aus unterschiedlichen digitalen und analogen Quellen aus unterteilt nach Berufsgruppen und Bundesländern. Für den Gehaltsreport 2017 hat das Unternehmen die Gehaltsdaten von 60.000 Fach- und Führungskräften ausgewertet. Für die Studie "Kandidaten im Fokus" wurden im zweiten Quartal 2017 online rund 20.000 Fach- und Führungskräfte befragt.

Lernen Sie Data Science

Für die Studie Organigramm deutscher Unternehmen haben Stepstone und Kienbaum eine Studie zu Stand und Perspektive der Hierarchie und Organisation von Unternehmen erarbeitet. Für die Untersuchung "Recruiting mit Persönlichkeit wurden im letzten Sommer 25.000 Fach- und Führungskräfte online zur Unternehmenskultur und zur Relevanz des Cultural Fit bei der Jobsuche befragt.