Zehn Jahre Versicherungsstatistik

Die vier häufigsten Situationen, in denen ein iPhone zu Bruch geht

Stephan Wiesend schreibt für die Computerwoche als Experte zu den Themen Mac-OS, iOS, Software und Praxis. Nach Studium, Volontariat und Redakteursstelle bei dem Magazin Macwelt arbeitet er seit 2003 als freier Autor in München. Er schreibt regelmäßig für die Magazine Macwelt, iPhonewelt und iPadwelt.
Eine Umfrage von Square Trade listet auf, was die häufigsten Ursachen für iPhone-Unfälle sind.
Häufigsten Schadensfall ist ein defektes Display
Häufigsten Schadensfall ist ein defektes Display
Foto: Konstantin Yolshin - shutterstock.com

iPhones gelten als robuster und zuverlässiger als viele Konkurrenzprodukte, Schadensfälle sind dennoch keine Seltenheit. Nach Schätzung des US-Dienstleisters Square Trade, der iPhone-Versicherungen anbietet, haben Apple-Kunden seit dem Erscheinen des iPhones am 29. Juni 2007 Jahren bereits 14 Milliarden Dollar für Reparaturen und Ersatz ausgegeben. Etwa jedes dritte iPhone solle in seiner Nutzungszeit eine Beschädigung erleiden oder komplett ausfallen. Muss man sein iPhone reparieren oder ersetzen, ist dabei übrigens meist eine Demolierung durch den Besitzer der Grund. Wie der Geräte-Versicherer Squaretrade berichtet, ist diese Eigenbeteiligung sogar um das sechsfache wahrscheinlicher, als dass man ein Smartphone wegen Diebstahl oder Verlust ersetzen muss. In zwei Umfragen unter mehreren tausend Nutzern hat das US-Unternehmen zum Zehn-Jahres-Jubiläum des iPhone einige interessante Statistiken gewonnen.

Besonders kritisch für die Sicherheit des iPhones ist offensichtlich die Urlaubszeit: 27 Prozent der iPhone-Besitzer waren bei Beschädigung ihres iPhones in den Ferien. Aber auch körperliche Betätigung ist eine Gefahr für sensible Elektronik: 21 Prozent betrieben Sport. In 18 Prozent der Schadensfälle tranken die Besitzer Alkohol und 15 Prozent wollten mit ihrem iPhone gerade ein Foto machen.

Wenig überraschend: Der häufigste Schaden ist ein beschädigtes Display. Schutzhüllen sind dabei offensichtlich kein Allheilmittel, 35 Prozent der teuren Smartphones steckten bei der Beschädigung nämlich in einer Schutzhülle, 26 Prozent waren durch einen Screen Protector gesichert. Das liegt vermutlich an der Qualität der Schutzhüllen, so schützen viele dünne Hüllen nur vor Kratzern, nicht vor Stößen. Um das Display zu beschädigen, muss es außerdem nicht sehr tief fallen: Bei 49 Prozent betrug die Fallhöhe weniger als einen Meter. Zu viele Sachen gleichzeitig zu erledigen ist ebenfalls ein Fehler: 66 Prozent der Betroffenen waren beim Vorfall durch Multitasking abgelenkt.

Auch unter den einzelnen iPhone-Modellen gibt es laut Statistik Unterschiede: So erlitt das günstige 5c doppelt so viele Unfälle wie andere iPhones. Wir vermuten, dass die runde und glatte Oberfläche eine Ursache ist - vielleicht geht man aber mit preiswerten Modellen auch weniger sorgfältiger um als mit dem 1000-Euro-Topmodell? Keine Erklärung haben wir dagegen für eine auffällige Schadenshäufung beim iPhone 5s: Laut Statistik erleidet es um 49 Prozent häufiger Wasserschäden als andere Modelle.

Ob ein iPhone 12 Monate ohne Schaden überlebt, hängt offenbar aber auch von der Nutzergruppe ab: Um 69 Prozent steigt die Wahrscheinlichkeit bei Fallschirmspringern, kaum weniger bei Intensivnutzern von Facebook und Co: Nutzt man pro Tag über 4 Stunden soziale Medien, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer iPhone-Beschädigung um 57 Prozent. Aber auch bei Pendlern, die zu Fuß, Fahrrad oder Nahverkehr unterwegs sind, steigt das iPhone-Schadensrisiko um 46 Prozent. (Macwelt)