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Die Telekom darf bei Arcor, Hansenet, Versatel & Co weiter abkassieren

30.03.2007
Der Streit um die neuen Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) ist mit einem für die Telekom-Konkurrenten enttäuschenden Kompromiss geendet.

Gemäß der von der Bundesnetzagentur (BNetzA) getroffenen Entscheidung müssen die Mitglieder des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), dazu zählen unter anderem Arcor, Hansenet und Versatel, ab April an die Telekom 10,50 Euro für die Überlassung der "letzten Meile" zahlen. Dabei hatte der Verband eine Absenkung der Monatsmiete von 10,65 Euro auf unter neun Euro gefordert. Die Deutsche Telekom hatte dagegen mit Verweis auf die "besonderen Lasten" durch den anstehenden Personalumbau eine Erhöhung der Gebühr auf 12,03 Euro beantragt. Aus Sicht der Bundesnetzagentur ist die Gewinnspanne aus den TAL-Entgelten jedoch bereits hoch genug. Die Telekom könne die vorübergehenden Restrukturierungskosten schultern und langfristig ihre Effizienz erhöhen.

Die heute getroffene Entscheidung sehe man mit einem weinenden und einem lachenden Auge, erklärte T-Com-Sprecher Husam Azrak gegenüber der COMPUTERWOCHE. Natürlich bedauere der Konzern wegen des anhaltenden Kostendrucks, dass die Bundesnetzagentur die Gebühren nicht moderat absenken, sondern vielmehr anheben will - immerhin trage die Telekom bei dem geplanten Sparprogramm eine enorme soziale Verantwortung. Andererseits habe die Regulierungsbehörde aber festgestellt, dass der Wettbewerb im Breitbandmarkt und im Ortsnetzbereich angesichts von rund fünf Millionen vermieteten Teilnehmeranschlussleitungen funktioniere.

"Ein Trippelschritt statt des erhofften großen Wurfs", kommentiert Breko-Präsident Peer Knauer die Entscheidung der Netzagentur. Im Gegenzug für das "zögerliche Verhalten" hofft der Verband, dass die Netzagentur zumindest bei den DSL-Vorleistungspreisen restriktiv einschreiten wird. Während die TAL-Entgelte seit 1998 der Regulierung unterliegen, sind die Vorleistungspreise zwischen der Telekom und den DSL-Resellern ohne eigenes Netz immer noch frei verhandelbar. Als direkte Konsequenz, so der Verband, sei es den Resellern zwischen 2004 und 2006 durch Einkaufsvorteile möglich gewesen, ihre DSL-Anschlusszahl zu verdreizehnfachen, während die Breko-Unternehmen maximal das Dreifache an Kunden zählten. (mb)