Smart Home

Die Technologie im Praxis-Test

21.01.2018
Intelligente Geräte machen das Leben einfacher und sicherer. Doch wie gelingt der Einstieg? Hier finden Sie unsere Praxistests mit smarten Lampen sowie programmierbaren Steckdosen – und hilfreiche Tipps dazu.

Egal, ob in der Wohnung, im Haus oder im Büro, die meisten Gegenstände um Sie herum sind analog. Deshalb beginnt Ihr Weg in die smarte Welt in der Regel über eine Ergänzung. Am beliebtesten sind steuerbare Lampen oder programmierbare Steckdosen. Der Grund: Sie lassen sich in die gegenwärtige Umgebung integrieren, sind vergleichsweise erschwinglich und versprechen relativ hohen Nutzen. Immerhin können Sie damit Energie sparen und gleichzeitig Anwesenheit suggerieren, wenn Sie in Wahrheit gar nicht da sind. Doch wie clever sind die Geräte wirklich? Wir haben sie ausprobiert und geben nützliche Tipps zu Installation, Einrichtung und Apps.

Intelligentes Licht

Unter den kabellosen LED-Leuchtsystemen ist Philips Hue der Platzhirsch. Für unseren Test nutzen wir das Paket Philips Hue White and Color Ambience für rund 140 Euro mit drei E27-Birnen und einer Basisstation (Bridge). Liegt außerdem ein Dimmschalter bei, verteuert sich das Set auf rund 180 Euro. Damit ist Hue nicht ganz billig.

Dafür spricht, dass es auch von Leuchtmitteln anderer Hersteller wie Osram Lightify und von smarten Lösungen wie Amazon Echo , Google Home oder Apple Homekit unterstützt wird.

Klassiker Philips Hue im Praxistest

Gute Übersicht: Die App Philips Hue ordnet die Lampen einzelnen Räumen zu.
Gute Übersicht: Die App Philips Hue ordnet die Lampen einzelnen Räumen zu.

Neben der Popularität ist die einfache Installation, die auch gut auf der Webseite des Herstellers www.meethue.com/de-de/uber-hue beschrieben ist, ein Vorteil von Philips Hue. Ohne Bridge läuft bei Hue nichts, denn darüber kommen die Leuchten ins Netzwerk. Nach dem Einsetzen der Birnen in Lampen Ihrer Wahl folgt die Inbetriebnahme der Basisstation. Sie muss in der Nähe Ihres WLAN-Routers stehen, da sie per LAN-Kabel mit ihm verbunden wird. Sobald die Bridge am Stromnetz hängt, schaltet sie sich ein. Die drei LEDs auf der Oberfläche beginnen zu blinken. Leuchten sie nach kurzer Zeit permanent, ist die Station netzwerkseitig einsatzbereit.

Bridge und Leuchten kommunizieren über den Zigbee-Funkstandard miteinander. Zum Steuern und erstmaligen Einrichten benötigen Sie die Hersteller-App "Philips Hue", die es für Android und iOS gibt. Sobald Sie die App starten, sucht sie die Bridge via Drahtlosnetzwerk. Verwenden Sie in Ihrer Wohnung mehrere WLANs, achten Sie darauf, dass sich Ihr Smartphone oder Tablet in demselben Drahtlosnetz wie die Bridge befindet, sonst finden sich die Geräte nicht. Per Push-Link-Taste an der Bridge verbinden Sie Ihr Mobilgerät mit der Station. Damit die Steuerung per App oder später auch per Sprache klappt, müssen die mechanischen Schalter von Lampen und Deckenleuchten auf "An" geschaltet sein. Im Test gehen sie damit nur in den Standby und ziehen 0,5 Watt, auch wenn sie über die App eigentlich ausgeschaltet sind.

Die App "Philips Hue" ist ein umfassendes Programm fürs Mobilgerät. Hierüber ordnen Sie die Lampen bestimmten Räumen wie "Wohnzimmer", "Büro" oder "Schlafzimmer" zu. Die Lampen des Startersets sind durchnummeriert und erscheinen als Hue color lamp 1, 2 und 3. Maximal lassen sich über eine Bridge bis zu fünfzig Lampen steuern. Dabei wählen Sie zuerst den Raum, bevor Sie einen Lampennamen vergeben. Im Bereich "Haus" finden Sie die Raumart als Symbol, die Lampe(n) selbst unter der von Ihnen vergebenen Bezeichnung wieder. So behalten Sie den Überblick. Per Schieberegler unter dem Raumeintrag steuern Sie die Helligkeit für das gesamte Zimmer. Tippen Sie auf den Raumeintrag - etwa auf das Bürosymbol -, können Sie die einzelnen Lampen separat bedienen und ihnen Farben oder unter "Rezepte" fertige Szenarien wie "Entspannen", "Lesen", "Konzentrieren" oder "Energietanken" zuordnen.

Der Einstieg ins intelligente Licht ist mit der Philips-Hue-Reihe vergleichsweise kostspielig.
Der Einstieg ins intelligente Licht ist mit der Philips-Hue-Reihe vergleichsweise kostspielig.
Foto: Philips

Unter "Routinen" finden Sie weitere Möglichkeiten, um bestimmte Abläufe bei Ihren Hue-Lampen auszulösen, etwa "Timer" oder "Schlafen gehen". Wollen Sie, dass das Licht angeht, wenn Sie einen bestimmten Raum betreten, und automatisch erlischt, wenn Sie ihn verlassen, können Sie das unter "Zuhause & abwesend" festlegen - vorausgesetzt, Sie haben die Ortungsdienste bei Ihrem Mobilgerät aktiviert und einen Account angelegt. Letzteres benötigen Sie auch für den Zugriff von außerhalb Ihres heimischen Netzwerks über das Internet. Das Konto lässt sich sowohl über die Hue-Webseite unter "My Hue" oder direkt in der App unter "Entdecken" erstellen. Um die Kommunikation zu aktivieren, müssen Sie die Taste an der Bridge erneut drücken. Im Bereich "Entdecken" gibt es außerdem weitere Apps für das Hue-System, um den Lampen beispielsweise neue Szenarien beizubringen. Allerdings sind einige der empfohlenen Apps kostenpflichtig oder ziehen In-App-Käufe nach sich.

Auf Dauer wird das Bedienen übers Mobiltelefon jedoch zu umständlich sein. Vielleicht haben die aktuellen Starterkits deshalb einen Dimmschalter integriert. Damit lassen sich die Lampen per Taste an-und abschalten, in der Helligkeit regulieren und mit vier Lichteinstellungen versehen.

Amazon Echo: Smart-Home-Geräte per Sprache steuern

Viele intelligente Geräte wie etwa das Lichtsystem Philips Hue oder die Luminea-Steckdose von Pearl, aber auch Musiksysteme wie etwa das von Sonos lassen sich über die smarten Lautsprecher der Amazon-Echo -Familie steuern. Bevor sie jedoch aufs Wort gehorchen, müssen Sie das intelligente Gerät zuerst mit dem Echo-Lautsprecher verbinden und diesem die Sprachbefehle beibringen. Grundlegende Voraussetzung ist, dass alle beteiligten Geräte in demselben WLAN eingebunden sind.

Basis für die Sprachsteuerung legen über „Skills“: Damit Sie ein intelligentes Gerät über Sprachbefehle steuern können, müssen Sie dem Echo-Lautsprecher zuerst die Fähigkeit beibringen. Das funktioniert über den Bereich „Skills“ in der App „Amazon Alexa“, den Sie im Menü am linken Rand finden. Im Suchfeld tippen Sie das entsprechende Gerät ein – etwa „Hue“. Wählen Sie den passenden Eintrag aus. Mit einem Tipp auf „Aktivieren“ verknüpfen Sie den Skill mit der Amazon-Sprachsteuerung. Während des Vorgangs werden Sie immer wieder zum Benutzerkonto des smarten Geräts weitergeleitet. Erst, wenn Sie sich dort angemeldet haben, ist der Skill endgültig aktiviert.

Gerät mit Lautsprecher verbinden: Damit sich beide Geräte erkennen, wählen Sie in der Alexa-App im Menü „Smart Home -> Geräte“ und tippen auf „Suchen“. Die Geräte halten nun im WLAN Ausschau nach einander beziehungsweise nach der Basisstation, die für die Verbindung sorgt. In vielen Fällen müssen Sie einen Knopf an der Basisstation drücken, etwa der Hue-Bridge. Sie haben dafür rund zwanzig Sekunden Zeit. Haben sich die Geräte gegenseitig erkannt, erscheint das hinzugefügte Gerät nun in der Alexa-App. Der Sprachbefehl klappt nur, wenn Sie die genaue Bezeichnung aussprechen – etwa: Alexa, schalte die Lampe „Arbeitszimmer“ ein. Ändern Sie nachträglich etwas, wiederholen Sie den Suchvorgang über die Alexa-App. Damit verhindern Sie, dass der Sprachbefehl aufgrund von überholten Informationen fehlschlägt.

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