Digitaler Wandel

Die Phase der Visionen und Bestandsaufnahme ist vorbei

07.01.2020
Anzeige  In der kommenden Dekade wird sich die Weltwirtschaft – getrieben durch neue Technologien – in ihren Grundfesten verändern. Das Tempo des Wandels wird immer höher und Unternehmen brauchen Mut für Investitionen und Innovationen.

"Auslaufmodell Deutschland", titelte der SPIEGEL im Mai 2019, und er zeichnete das Bild einer "goldenen Dekade", die sich für die heimische Industrie zu Ende neigte. Ein Grund: Unternehmen setzen die Digitalisierung nicht konsequent um, der Trend zur Plattformökonomie wurde an vielen Stellen verschlafen.

Dafür steht exemplarisch, dass Deutschland beim Thema "digitale Behördengänge" auf Platz 26 der 28 EU-Staaten landet, so eine aktuelle Untersuchung der EU-Kommission. Auch fallen die Investitionen in geistiges Kapital vergleichsweise gering aus, zumal Risikokapital zur Finanzierung junger, innovativer Firmen relativ knapp ist, wie der IWF in seinem Länderbericht 2019 bemerkt hat. Und der Kolumnist Sascha Lobo trug vor, dass Amazon 2018 rund 420-mal mehr Geld in Forschung und Entwicklung investiert hat als die Deutsche Telekom.

Die Kritik an der verhaltenen Digitalisierung hierzulande ist sicher berechtigt, jedoch darf nicht übersehen werden, dass sich viele Unternehmen seit Jahren mit der Transformation beschäftigen - sie öffnen sich zunehmend für neue Technologien und neue Arbeitsformen.

Das ist auch bitter nötig, denn der digitale Wandel wartet nicht, bis alle Marktteilnehmer die erste Etappe absolviert haben. Es zeigt sich, dass die Entwicklung nun weitaus schneller verlaufen wird als in den ersten Jahren der Digitalisierung: Künstliche Intelligenzen reichern menschliche Entscheidungen an, alle Synapsen der physikalischen Welt werden miteinander vernetzt, die Flut der Daten steigt unaufhörlich, und die zentrale Cloud wird durch eine verteilte Edge-Computing-Struktur angereichert.

Hier weiterlesen