IT-Manager wetten

Die IT braucht Inspirationen – mehr Non-IT-ler an Bord!

17.05.2017
Von Kathrin Kronberg
Kathrin Kronberg, Head of Business Relationship Management Enabling Processes, BMW Group, wettet, dass in fünf Jahren IT-Organisationen nur noch erfolgreich sein werden, wenn sie mit genügend Nicht-IT-lern arbeiten.
Kathrin Kronberg, Head of Business Relationship Management Enabling Processes, BMW Group
Kathrin Kronberg, Head of Business Relationship Management Enabling Processes, BMW Group

Wenn ich versuche, fachfremden Menschen oder auch meinen Kindern von meinem beruflichen Alltag zu erzählen, nutze ich gerne die Analogie zum Bau: Da gibt es die Menschen, die in ein Haus einziehen wollen und einen Architekten beauftragen, der die gesamte Planung macht und später die Umsetzung beaufsichtigt. Es gibt den Statiker, der dafür sorgt, dass zum Beispiel die Wände die Last des Hauses auch tragen können. Maurer, Installateure und Elektriker setzen den Bau schließlich um. Sicherheitsexperten kümmern sich um Alarmanlagen und einbruchssichere Fenster und Türen.

Hypothese 1

Aufgaben in der IT werden immer vielfältiger und erfordern daher ein breites Spektrum an Kompetenzen.

Alle diese Rollen finden sich im übertragenen Sinne in der IT wieder: Der Projekt-Manager, der das Gesamtbild von der Planung bis zur Umsetzung verantwortet. Der Infrastruktur-Manager, der die richtige Hardware, Netzwerke und Leitungen bereitstellt. Die Programmierer, die die Konzepte schließlich in Code übersetzen. Und schließlich die IT-Sicherheitsexperten, die von der Verschlüsselung bis zur Firewall sicherstellen, dass unternehmenskritische Informationen geschützt werden.

An dieser Analogie wird klar: In der IT gibt es vielfältige Berufsbilder, die ganz unterschied­liche Kompetenzen erfordern. Wer in der IT arbeitet, sitzt mitnichten den ganzen Tag am Computer und programmiert. Vielmehr sind dort Wanderer zwischen häufig sehr vielen verschiedenen Welten unterwegs.

Natürlich sind die Experten weiterhin wichtig und haben ihre Daseinsberechtigung. Aber zunehmend relevant wird die Vermittlerfunktion zwischen jenen, die IT nutzen, und jenen, die sie bauen.

Schließlich besteht das Erfolgsgeheimnis erfolgreicher Startup-Unternehmen genau darin: Die Bedürfnisse eines Kunden zu erkennen, zu verstehen und in eine IT-Lösung umzusetzen, die diesen Bedürfnissen passgenau entspricht. Nicht selten haben Gründer nicht nur die Idee entwickelt, sondern auch die erste App, mit der diese Idee auf den Markt kommt, selbst geschrieben. Diese Menschen schaffen es, all jene Fähigkeiten in sich zu vereinigen, die aus IT erst ein Asset, einen differenzierenden Wert, und damit einen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen werden lassen.

Nicht zuletzt zeigt sich die Weiterentwicklung der Anforderungen an IT-Mitarbeiter und Manager daran, dass in den letzten Jahren jede Menge neue exotische Titel und Aufgaben­cluster entstanden sind. Einer der bekanntesten ist der mittlerweile fast etablierte "Technology Evangelist", ein Lobbyist für neue Technologien, der irgendwo zwischen Marketing, PR und Technologie-Guru angesiedelt ist.

Wie aber sieht es in den klassischen großen Unternehmen und Konzernen aus, die oft eine IT-Mannschaft mit weit mehr als 1000 Mitarbeitern haben? Muss hier jeder IT-Mitarbeiter ein kleiner Startup-Gründer sein?

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Foto: cio.de

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