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Die interne Bedrohung steigt

30.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die jüngsten Vorfälle zum Thema Datendiebstahl in US-amerikanischen Unternehmen haben gezeigt, dass der Feind nicht nur außerhalb des Firmengeländes lauert. Zuletzt hatte die Bank of America eingestanden, dass eine Diebesbande rund 60.000 Datensätze von Kunden mit Hilfe von Bankangestellten entwenden konnte (Computerwoche.de berichtete). Dem kriminellen Ring werden weitere Verbrechen zur Last gelegt: Er soll Informationen von knapp 700.000 Kunden aus insgesamt vier Banken gestohlen haben. Acht Mitarbeiter der verschiedenen Finanzdienstleister sind in die Delikte verwickelt. Zuvor hatte unter anderem die Firma ChoicePoint ähnliche Vorkommnisse gemeldet (Computerwoche.de berichtete).

Dem Treiben einen Riegel vorzuschieben, ist indes nicht leicht: "Diese Art des Einbruchs ist ein größeres Problem als Angriffe traditioneller Hacker", berichtet Forrester-Analyst Michael Rasmussen. In erster Linie sind frustrierte Mitarbeiter, die beispielsweise bei einer Beförderung übergangen wurden, für die Attacken verantwortlich. Aber auch die Vernetzung der Unternehmen mit Kunden, Geschäftspartnern und Dienstleistern lässt die Bedrohung ansteigen. Interessante Ergebnisse einer Untersuchung zum Themenkomplex "Innentäter" wurden vom National Threat Assessment Center (NTAC) des US-amerikanischen Secret Service Mitte Mai veröffentlicht. Inzwischen formiert sich in den USA auch ein neues Marktsegment für Software, um den Feind im eigenen Haus zu bekämpfen (Computerwoche.de berichtete). (ajf)