Geschäftsführer Henkel: "Die Älteren sind gefragt"

Die IBM hat ein ungeklärtes Verhältnis zu ihren Senioren

03.11.1989

KÖLN/STUTTGART (CW) - Bei IBM Deutschland weiß der "ergrauende Mitarbeiter" nicht, woran er ist.

Während Big Blue in den Vereinigten Staaten die Altgedienten in den Vorruhestand schickt, beschwort der deutsche Geschäftsführer Hans-Olaf Henkel öffentlich: "Wir dürfen auf das Leistungspotential der Älteren nicht verzichten!"

Auf einem Kongreß des Bundesverbandes der Deutschen Industrie machte sich Henkel vor Unternehmern und Managern tür Mitarbeiter über sechzig stark - und das, obwohl in den Vereinigten Staaten schon lange "Early-Retirement-Programme" für die schnelle "Entsorgung" altgedienter Mitarbeiter laufen (siehe CW-Kolumne vom 14. Oktober 1988, Seite 9: "Hire and Retire") Angesichts der sich verändernden Altersstrukturen in der Gesellschaft, so der deutsche IBM-Geschäftsführer, müsse man Erfahrung, Intelligenz und Lernfähigkeit älterer Mitarbeiter nutzen und ihnen altersentsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten zugestehen.

Henkel betonte zudem, daß er Bundeswirtschaftsminister Haussmann in seiner Forderung voll Arbeitszeitverlängerung voll unterstütze.