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Die Hacker bitten zur Kasse

18.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hacker wollten eine Bank in London in einem spektakulären Cyber-Coup um etwa 314 Millionen Euro erleichtern. Nachdem sie sich Zugang zu den Computersystemen des Bankinstituts Sumitomo Mitsui verschafft hatten, sollte das Geld auf verschiedene Konten weltweit verteilt werden. Spezialkräfte der National Hi-Tech Crime Unit von Scotland Yard waren den Cyber-Kriminellen jedoch bereits im vergangenen Jahr auf die Schliche gekommen und vereitelten den Coup. Mittlerweile meldeten die Behörden auch erste Festnahmen. In Israel wurde der 32-jährige Yaron Bolondi geschnappt, als er versuchte, einen Teil des Geldes an sich zu bringen.

Den Hackern war es im vergangenen Jahr gelungen, so genannte Key-Logger in das Computersystem der Bank einzuschleusen und sich damit Zugangsdaten und Passwörter der Mitarbeiter zu verschaffen. Diese Hacker-Tools protokollieren die Tastatureingaben eines Rechners und schicken die entsprechenden Informationen unbemerkt via Netz nach draußen. Noch ist unklar, wie die Key-Logger die Banksysteme infiltrieren konnten. Allerdings wurden die Hacker schnell bemerkt. Seit Oktober 2004 waren die Polizeibehörden den Cyber-Bankräubern auf der Spur.

Der Cyber-Bankraub sei komplett fehlgeschlagen, versicherte Philip Martin, Anwalt von Sumitomo Matsui in London. Es habe keine finanziellen Verluste gegeben. Allerdings sei es noch zu früh für weitergehende Angaben zu dem Coup, da die Untersuchungen derzeit noch liefen. (ba)