Die Chip-Karte macht's moeglich Die elektronische Geldboerse ist in Asien bereits im Einsatz

14.01.1994

MUENCHEN (CW) - Scheck- und Kreditkarten haben heute schon fast jede Brieftasche erobert, in Zukunft soll auch noch der Geldbeutel ueberfluessig werden.

Moeglich machen soll das die Chip-Karte, die man schon von den Telefonkarten her kennt. Der kalifornische Hersteller Verifone, Anbieter von bargeldlosen Transaktionssystemen, hat mit dem franzoesischen Chip-Kartenhersteller Gemplus unter dem Namen Verigem eine Tochtergesellschaft gegruendet, die die Maerkte fuer das neue Zahlungsmittel bereiten soll.

Nach den im Handel bereits erfolgreich eingefuehrten Euroscheckkarten mit codiertem Magnetstreifen soll nun die elektronische Geldboerse kommen, die mit einem Mikro-Chip ausgestattet ist. Anders als beim Magnetstreifen, der nur der Identifizierung dient, soll die Chip-Geldboerse einen Geldbetrag eingespeichert bekommen, den man ausgeben kann. Ist das Guthaben verbraucht, muss der Chip neu "aufgefuellt" werden. Ein Vorteil der Chip-Karte liegt darin, dass keine Online-Anfrage ueber die Deckung erfolgen muss.

Als einer der ersten Anwender nahm das Singapurer Warenhaus Takashimaya ein Verifone-System in Gebrauch. Die Asiaten wollten neben der Einfuehrung eines neuen Zahlungssystems auch Kundeninformationen auf der Chip-Karte speichern, um beispielsweise Rabatte oder freies Parken zu gewaehren. Experten schaetzen, dass in Deutschland ab 1996 elektronisch bezahlt werden kann.