IT-Dienstleister im Kundenurteil

Die besten Systemhäuser 2011

26.12.2011
Von  und Max Halbinger


Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei PAC – a teknowlogy Group company in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.

Managed Services

Die Betriebsdienstleistungen sind im Mittelstand scheinbar wenig verbreitet. In diesem Segment schafften nur zwei Anbieter den Sprung in die Wertung. Zugangsvoraussetzung ist ein Minimum von zehn benoteten Projekten je Dienstleister. Das gelang in diesem Jahr nur Bechtle (14 Projekte) und MR Datentechnik (elf Projekte). Letzterer Anbieter konnte mit einer Durchschnittswertung von 1,23 den Verfolger klar distanzieren. Die Anwender gaben Bechtle summa summarum eine 2,18.

Doch der Eindruck von Managed Services als Exotendisziplin täuscht. Insgesamt haben die Anwender über knapp 200 Projekte abgestimmt und immerhin jedes zehnte Anwenderunternehmen hat mindestens ein Vorhaben betrieben. Doch der Markt ist kaum konsolidiert, es gibt sehr viele kleine Anbieter, die Teile der IT für ihre Kunden betreiben. Das spiegelt sich in den ausgefüllten Fragebögen wider, denn das Gros der Systemhäuser kann nur auf ein bis vier bewertete Managed-Services-Projekte verweisen.

Das ist der Grund dafür, dass das Ranking wie schon in den Jahren zuvor recht spärlich ausfällt. Doch wer auslagert, scheint mit seiner Entscheidung und Partnerwahl zufrieden. Über alle Anbieter hinweg ergab sich eine Durchschnittsnote von 1,70 für das Segment Managed Services.

Der Blick auf die Ergebnisse des vergangenen Jahres zeigt einen deutlichen Anstieg bei der absoluten und relativen Zahl der bewerteten Projekte. Damit bestätigt sich der bereits von diversen Marktforschern ausgerufene Auslagerungstrend unter mittelständischen Anwendern. Jahrelang wurde der hiesige Markt vor allem von Vorhaben großer Konzerne dominiert. Mehr und mehr übergeben heute auch mittelgroße und kleine Unternehmen zumindest Teile der IT einem externen Provider.

Der Outsourcing-Markt wächst

Einer Studie von PAC zufolge wächst der Outsourcing-Markt im Mittelstand überdurchschnittlich. Mit der Auslagerung wollen die Anwender Kosten sparen, denn der Wettbewerbsdruck unter Betreibern ist seit geraumer Zeit enorm, insbesondere für Standarddienste fallen die Preise rasch. Auch die wachsenden Compliance-Anforderungen und der Zugang zu neuen Techniken sind starke Motive für das Interesse an externen Dienstleistungen. Häufig wird die zentrale IT-Infrastruktur extern betrieben. Beliebt ist zudem die Auslagerung von Anwendungen. Sie werden entweder komplett dem Partner übergeben (Application Management) oder in seinem Data Center gehostet (Application Hosting).

Im Zuge der Projekte streben die Anwender immer eine Vereinheitlichung und Konsolidierung ihrer IT-Landschaft an. Das bietet Raum für Cloud Computing, denn die IT aus der Wolke zeichnet sich durch einen hohen Standardisierungsgrad aus. Tatsächlich berichtet PAC von steigendem Interesse vor allem an Software as a Service (SaaS).

Doch auch andere Dienste aus der IT-Wolke dürften an Bedeutung gewinnen. Absehbar ist, dass sich der Markt für Infrastruktur aus der Wolke (etwa Infrastructure as a Service, Storage aus der Cloud etc.) konsolidieren wird. Hier begünstigen mögliche Skaleneffekte die großen Data-Center- Betreiber wie T-Systems, IBM, Hewlett- Packard, Amazon und Google. Ausreichend Raum zur Entfaltung bietet sich für kleine Provider und Systemhäuser, die sich auf SaaS-Lösungen für Branchen und Nischen konzentrieren. Hier ist der direkte Draht zum Kunden vorteilhaft.

Die besten Systemhäuser 2011 in der Kategorie Managed Services

MR Datentechnik

Bechtle

Angebotserstellung und Beratungskompetenz im Vorfeld

1,09

2,07

Projektverlauf (Projekt-Management, Kommunikation, Reaktionszeit, Kompetenz)

1,27

2,21

Termintreue

1,27

2,43

Preis - Leistung

1,18

2,14

Betreuung im Nachfeld

1,36

2,14

Gesamturteil

1,18

2,08

Endnote

1,23

2,18

Das waren die besten Systemhäuser von 2010.