Backup-Software

Die besten Lösungen im Vergleich

Update  02.08.2021
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Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Backup & Recovery muss heute mehr können, als einfach nur Daten sichern. Gartner hat die beste Backup-Software verglichen.
An einer guten Sicherung kann das Schicksal des gesamten Unternehmens hängen. Umso wichtiger ist es, die richtige Lösung für Backup & Recovery auszuwählen.
An einer guten Sicherung kann das Schicksal des gesamten Unternehmens hängen. Umso wichtiger ist es, die richtige Lösung für Backup & Recovery auszuwählen.
Foto: Olga Danylenko - shutterstock.com

Immer komplexere IT-Infrastrukturen aus On-premises- und Cloud-Komponenten, neue Architekturparadigmen wie Microservices, IoT und Edge-Computing sowie große Herausforderungen im IT-Sicherheitsbereich rücken das Thema Backup & Recovery wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Einfach nur wichtige Daten regelmäßig auf ein externes Speichermedium zu schieben, reicht längst nicht mehr aus. Unternehmen müssen in der Lage sein, ganze Systeme, Anwendungslandschaften und Prozesse absichern sowie schnell wiederherstellen zu können. Letzteres kann angesichts der immer raffinierteren Ransomware-Attacken über die Zukunft einer Firmen entscheiden.

Die Anbieter von Backup-und-Recovery-Lösungen entwickeln daher ihre Portfolios laufend weiter. Neue Funktionen sollen Anwendern beispielsweise erlauben, weit verzweigte heterogene Landschaften abzusichern, individuelle Sicherungs-Policies für unterschiedliche Systeme, Anwendungen und Daten festzulegen oder mit zentralen Dashboards alle mit Backup & Recovery verbundenen Prozesse im Blick zu behalten. Angesichts der vielfältigen Funktionsumfänge, die sich laufend verändern, sowie der unterschiedlichen Historie und Schwerpunkte der einzelnen Anbieter, fällt es Anwendern oft schwer, hier den Durchblick zu behalten und die richtige Lösung zu finden.

Die besten Backup-und-Recovery-Lösungen

Gartner hat in seinem im Juli 2021 erschienenen "Magic Quadrant for Enterprise Backup and Recovery Software Solutions" das Lösungsportfolio verschiedener Anbieter sowie deren Standing im Markt bewertet. Die Analysten fokussieren sich dabei auf transformative Technologien oder Ansätze, die die zukünftigen Bedürfnisse und Anforderungen der Endanwender erfüllen. Gartner definiert den Markt wie folgt: Softwarelösungen für Backup & Recovery sind darauf ausgelegt, eine Point-in-Time-Kopie (Backup) eines Unternehmens-Workloads zu erstellen und die Daten auf ein sekundäres Speichergerät zu schreiben, um diese Informationen im Falle eines Verlustes wiederherstellen zu können. Die entsprechenden Lösungen können als Appliance, als reine Software oder als Managed Service angeboten werden.

Zu den wichtigsten Funktionen einer Backup & Recovery-Lösung gehören:

  • Sichern und Wiederherstellen von Betriebssystemen, Dateien, Datenbanken und Anwendungen im Rechenzentrum vor Ort.

  • Erstellen einer Kopie des Backups am gleichen physischen Standort wie die Produktionsumgebung, um eine schnelle operative Wiederherstellung zu ermöglichen.

  • Zuweisung mehrerer Backup- und Aufbewahrungsrichtlinien, die mit den Wiederherstellungszielen des Unternehmens übereinstimmen.

  • Berichte über Erfolg und Misserfolg von Sicherungs-/Wiederherstellungsaufgaben.

Weitere Funktionen, die von der Lösung bereitgestellt werden können, sind:

  • Erstellen einer zweiten Sicherungskopie der vor Ort gesicherten Daten in der Public Cloud oder in einem sekundären Rechenzentrum.

  • Auslagerung von Sicherungsdaten in die Public Cloud.

  • Schutz von IaaS-, PaaS- und SaaS-Workloads in der Public Cloud.

  • Schutz von entfernten Standorten.

Als Marktführer sortieren die Analysten folgende Anbieter im Leader-Quadranten ein:

Eine interessante Mischung - gestandene Backup-Spezialisten wie Dell und Veritas werden von Newcomern wie Cohesity, Rubrik und Veeam herausgefordert. Das sind die Stärken und Schwächen der einzelnen Backup-und-Recovery-Spezialisten:

Cohesity

Cohesity hat seine Position im Leader-Quadranten verteidigt, die sich der Anbieter im Jahr 2020 erstmals gesichert hatte. Zentrale Backup-Lösung des in San José beheimateten US-Anbieters ist "DataProtect" als Bestandteil der übergeordneten "Data Platform". Dabei handelt es um eine Art Software-defined-Lösung, mit deren Hilfe Anwender verschiedene Workloads rund um ihr Datenmanagement steuern können sollen. Cohesity adressiert als Kunden den gehobenen Mittelstand sowie Konzerne.

Das Dashboard von Cohesity zeigt Nutzern über ein Ampelsystem an, in welchen Backup-Clustern Probleme drohen und deshalb ein Eingreifen seitens der Administratoren nötig sein könnte.
Das Dashboard von Cohesity zeigt Nutzern über ein Ampelsystem an, in welchen Backup-Clustern Probleme drohen und deshalb ein Eingreifen seitens der Administratoren nötig sein könnte.
Foto: Cohesity

Das vom ehemaligen Nutanix-Manager Mohit Aron 2013 gegründete Startup, das unter anderem von Google finanziert wird, entwickelt seine Lösung vor allem dahingehend, möglichst viele Cloud- und Hardware-Infrastrukturen zu unterstützen sowie unterschiedliche Datenplattformen unter seinem Backup-Schirm zu vereinen. Seit 2019 werden beispielswiese "Oracle RAC" und "SAP HANA" mit eingebunden. Zudem hat Cohesity Imanis Data übernommen, um auch Daten aus NoSQL-Datenbanken wie "MongoDB", "Cassandra" und "Couchbase" in seine Backup-Welt integrieren zu können.

Cohesity hat in den vergangenen 12 Monaten zwei größere Software-Updates veröffentlicht - 6.5.1 und 6.6. Zu den neuen Schlüsselfunktionen gehören die Unterstützung für Instant Restore von Oracle-Datenbanken, Desaster Recovery für VMware-Umgebungen sowie Microsoft Office 365 SharePoint Online. Neu hinzugekommen sind außerdem Backup-Funktionen für die AWS-Datenbanken "RDS" und "Aurora" sowie Verbesserungen für Azure VM-Backup und Tiering. Im Oktober 2020 hat der Anbieter ein Backup-as-a-Service- (BaaS-)Angebot im Rahmen seines Data-Management-as-a-Service- (DMaaS-)Portfolios angekündigt. Dafür nutzt die eigene Cohesity "Helios"-Plattform den DataProtect-Service und die AWS-Infrastruktur, um hybride Umgebungen abzusichern.

  • Stärken: Zu den Stärken der Backup-Plattform zählen die Gartner-Analysten "Helios", ein SaaS-basiertes Cockpit, über das Anwender verteilte Backup-Landschaften zentral überwachen und steuern könnten. Integriert sind hier Funktionen wie Kapazitätsmanagement und Problemanalysen, aber auch Security-Features wie zum Beispiel eine Ransomware-Erkennung. Anwendern zufolge ist der Data-Protect-Service einfach zu nutzen und zu verwalten. Dazu kommt, dass ein Marktplatz ISVs die Integration ihrer Lösungen in die Cohesity-Plattform ermöglicht. Kunden erhielten darüber eine breite Palette zusätzlicher Funktionen beispielsweise zur Datenmaskierung, für das Scannen von Cyber-Schwachstellen in den Backup-Snapshots und Mainframe-Backup.

  • Schwächen: Arbeiten müssen die Cohesity-Verantwortlichen noch an ihrer Software. Beispielsweise sei der Code des DataProtect-Service mit einer relativ hohen Anzahl von Problemen veröffentlicht worden, sagt Gartner. Offensichtlich gebe es Verbesserungsbedarf beim Qualitätssicherungs-Testprozess. Die Analysten verweisen zudem auf höhere Betriebskosten für die Sicherung von Anwendungen in der Public Cloud. Cohesity erfordert die Bereitstellung eines VM-Clusters mit drei Knoten in der Public Cloud, um dort gehostete Instanzen abzusichern. Dies erhöhe die Gesamtbetriebskosten für den Betrieb der Backup-Infrastruktur in der Public Cloud. Außerdem müsse der Anbieter noch an seiner Marktdurchdringung arbeiten. Gerade in den sich stark entwickelnden Märkten sei das Partnernetz zu dünn.

Commvault

Auch Commvault hat seine Position als einer der Marktführer für Backup & Recovery Lösungen im Gartner-Quadranten behauptet. Der bereits seit 1996 im Markt agierende US-Anbieter richtet sich vor allem an größere Unternehmen. Das Backup-und-Recovery-Portfolio steht im Wesentlichen auf drei Säulen: "Commvault Complete Data Protection", der Appliance-Reihe "Commvault HyperScale X" und "Commvault Metallic", einem Backup-as-a-Service-Angebot für mittelständische Kunden. Commvault erweitert seit einigen Jahren seine klassische Produktpalette, die auf Softwareagenten und einem zentralen Steuerungs- und Verwaltungs-Server beruht. Dabei hat sich der Anbieter zuletzt vor allem auf seine Cloud-Funktionen für Complete Data Protection konzentriert - hauptsächlich für AWS, Microsoft Azure und die Google Cloud Platform (GCP). Erweitert wurde außerdem die HyperScale X Appliance-Serie mit den Modellen "HS2300" und "HS4300", die Anwendern mehr Kapazität und Leistung bieten sollen. Commvault stellte außerdem wichtige Funktionen für seine Metallic SaaS-Plattform vor - Backup für SAP HANA, Oracle, Salesforce sowie Kubernetes-Container. Der Service ist mittlerweile auch in EMEA und der Region Asien/Pazifik verfügbar.

  • Stärken: Gartner bescheinigt Commvault eine hohe Flexibilität bei den Bereitstellungsoptionen. Kunden könnten je nach Anforderung verschiedene Kombinationen aus Software-, Appliance- oder SaaS-Lösungen wählen. Alle Umgebungen ließen sich über das Commvault Command Center oder den Metallic-Service verwalten. Darüber hinaus bietet Commvault seinen Kunden eine breit angelegte Plattformunterstützung - vor allem mit Blick auf die Cloud. Complete Data Protection in Kombination mit Commvault Metallic schützt alle wichtigen Public Cloud IaaS-, PaaS- und SaaS-Workloads und offeriert so eine umfassende Multicloud-Datenschutzlösung, sagen die Analysten. Commvault könne Kundenreferenzen vorweisen, die mehr als 1000 virtuelle Instanzen schützen und mehr als ein Petabyte Speicher in AWS und Microsoft Azure verwalten. Gartner verweist zudem auf einen schnell getakteten Veröffentlichungsrhythmus für neue Funktionen in Commvault Metallic.

  • Schwächen: Der schnelle Release-Rhythmus wirkt sich allerdings negativ auf die Codequalität aus. Commvaults häufige Feature-Releases für seine Complete-Data-Protection-Plattform hätten zu einer relativ hohen Anzahl von Problemen und Hotfixes geführt, schreiben die Gartner-Analysten. Dies deute auf eine unzureichenden Qualitätssicherung vor der Veröffentlichung hin. Gartner bemängelt ferner die hohen Kosten. Kunden hätten berichtet, dass Commvault Backup & Recovery im Vergleich zur Konkurrenz zu höheren Preisen angeboten wird. Bedenken seien auch hinsichtlich der hohen Wartungskosten geäußert worden. Auch externe Abhängigkeiten machen dem Anbieter zu schaffen. So basiert die Hyperscale Appliance auf einem Red Hat File System. In Sachen Updates und Bug-Fixes - bei einem Backup-System wichtige Elemente - muss sich Commvault also auf einen anderen Anbieter verlassen. Noch dazu kann es zu Verzögerungen kommen, wenn Commvault diese Updates erst testen muss, bevor sie an die Kunden weitergereicht werden können.

Dell Technologies

Das Software-Portfolio für Backup & Recovery aus dem Hause Dell besteht im Wesentlichen aus der "Data Protection Suite", die Lösungen wie "Avamar", "NetWorker" und den "PowerProtect Data Manager" umfasst. Die Texaner bieten darüber hinaus vorkonfigurierte Appliances an, in unterschiedlichen Produktreihen wie "PowerProtect-DP-" beziehungsweise "-DD-Series". Dell ist weltweit vertreten und adressiert Kunden aus dem Mittelstand sowie Großunternehmen. In den vergangenen 12 Monaten hat der Anbieter vier wichtige Software-Updates für seinen PowerProtect Data Manager herausgebracht. Dazu gehört die Unterstützung von Backups in Kubernetes, einschließlich VMware Tanzu Kubernetes, die Sicherung von SAP HANA sowie eine bessere Integration mit AWS, Azure und der Google Cloud Platform. Ausgebaut wurde ferner die Sicherung von Oracle-Datenbanken und VMware-Umgebungen. Außerdem arbeitet Dell daran, sein Appliance-Portfolio zu konsolidieren.

  • Stärken: Gartner hebt Dells Anti-Ransomware-Lösungen hervor. Die PowerProtect-Cyber-Recovery-Lösung biete umfassende Ransomware-Erkennungs- und Wiederherstellungsfunktionen sowohl On-premises wie auch in der Public Cloud. Hilfreich seien zudem die tiefe Integration mit VMware beispielsweise über vSphere-APIs für die Datensicherung, Plug-ins für die vRealize Suite-Automatisierung, DR to Cloud und die Unterstützung für VMware Tanzu Kubernetes-Umgebungen. Eine weitere Stärke von Dell seien die integrierten Lösungen. Kunden würden die Data Protection Suite in der Regel als Teil einer größeren Lösung erwerben, die oft auch Server, Speicher und Systemmanagement-Software umfasst. Das vereinfache die Verwaltung des Gesamtsystems. Die Data Protection Suite biete eine tiefe Integration mit den anderen Speicherprodukten im Dell-Portfolio.

  • Schwächen: In der Kritik steht die teilweise hohe Komplexität der Backup & Recovery- Lösungen von Dell. Das betreffe gerade die Public-Cloud-Werkzeuge, so die Analysten. Mit mehreren Produkten, die Cloud-native Datensicherungsanforderungen adressierten - PowerProtect Data Manager, PowerProtect Cloud Snapshot Manager, Avamar Virtual Edition, NetWorker Virtual Edition und PowerProtect DD Virtual Edition - schaffe Dell in der Public Cloud das gleiche Maß an Komplexität und Überschneidungen wie bei seinen On-premises-Lösungen. Darüber hinaus verweisen die Analysten auf Dells Abhängigkeit von Drittanbietern, beispielsweise beim Schutz von Nutanix AHV VMs und OpenStack-Umgebungen sowie bei Wiederherstellung für Microsoft Exchange, SharePoint und den SQL Server. An diesen Stellen baue der Anbieter auf OEM-Technologie.

Rubrik

Rubrik hat seine Position im Leader-Quadranten, in den der Anbieter 2020 erstmals aufgerückt war, verteidigt. Das 2014 gegründete Startup versteht sich als Spezialist für Data Management. Hauptprodukt ist "Rubrik Cloud Data Management" (RCDM), das auch die Basis für die Backup-Funktionen bildet. Flankierend gibt es einige weitere Funktionsblöcke wie "Polaris", eine SaaS-Plattform, die Anwendern eine Art Management-Cockpit bietet, um Daten sichtbar zu machen und zu klassifizieren. Das soll unter anderem bei der Abwehr von Ransomware-Attacken helfen. "Mosaic" ist darauf ausgerichtet, NoSQL-Workloads abzusichern. Die Aktivitäten von Rubrik sind geografisch breit gefächert, die Kunden sind hauptsächlich in den Reihen der Großunternehmen angesiedelt.

Newcomer Rubrik integriert in seiner Backup-Lösung Analytics-Features. Damit lässt sich feststellen, ob die Sicherungen Compliance-gerecht ablaufen.
Newcomer Rubrik integriert in seiner Backup-Lösung Analytics-Features. Damit lässt sich feststellen, ob die Sicherungen Compliance-gerecht ablaufen.
Foto: Rubrik

Auch Rubrik baut seine Funktionalitäten in Richtung Cloud immer weiter aus. In den zurückliegenden 12 Monaten kamen zwei Major Releases von RCDM heraus. Kunden erhielten damit die Backup-Unterstützung für AWS RDS, Microsoft Office 365 OneDrive, SAP HANA auf Google Cloud Platform und VMware Cloud auf AWS. Verbessert wurden zudem Funktionen für die Sicherung und Wiederherstellung von Oracle-, SQL Server- und VMware-Umgebungen. Im Dezember 2020 hat Rubrik Igneous übernommen, einen Anbieter, der sich auf Scale-Out-NAS-Datenmanagement für Cloud-basierte Archivierung und Wiederherstellung spezialisiert hat.

  • Stärken: Gartner hebt vor allem die intuitive Benutzeroberfläche der Rubrik-Lösung hervor, die einfach zu bedienen und gut skalierbar sei. Die Plattform biete zudem einen umfassenden Satz von APIs für die Richtlinienverwaltung, die mit Orchestrierungs-Tools von Drittanbietern integriert werden könne, um auch komplexe Workflows zu automatisieren. Ein weiterer Pluspunkt sei die zentralisierte Überwachung und Verwaltung. So biete die Polaris SaaS-Plattform ein zentrales Cockpit, über das sich mehrere Rubrik-Cluster-Implementierungen on-premises oder in der Cloud steuern ließen. Dazu komme ein umfassender Schutz von IaaS-Instanzen und SaaS-Anwendungen sowie ein integriertes Sicherheits- und Workflow-Management. RCDM unterstütze alle wichtigen relationalen und NoSQL-Datenbanken. Mit speziellen Funktionen für die sofortige Wiederherstellung von Microsoft SQL Server und Oracle-Datenbanken sowie einem CBT-Treiber (Change Block Tracking) für SQL-Datenbanken lasse sich die Wiederherstellungszeit (RTO) von Backups reduzieren.

  • Schwächen: Ausbaufähig ist aus Sicht von Gartner die Unterstützung von SaaS-Anwendungen. Rubrik unterstützt kein Backup von Salesforce- und Google Workspace-Umgebungen. Die Analysten verweisen außerdem auf hohe Kosten in der Public Cloud. RCDM erfordere die Bereitstellung eines VM-Clusters mit vier Knoten, um ein granulares Backup & Recovery von Anwendungen und Datenbanken sicherzustellen. Dies erhöht die Rechenkosten für den Betrieb der Backup-Infrastruktur in der Public Cloud für nicht cloud-native Workloads. Die Rubrik-Verantwortlichen müssten außerdem daran arbeiten, die Präsenz des Anbieters in aufstrebenden Märkten auszubauen. Hier gebe es im Vergleich zu den Wettbewerbern Defizite.

Veeam

Das 2006 im schweizerischen Baar gegründete Startup Veeam hat sein Portfolio in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut - auch durch Akquisitionen. Beispielsweise wurde im Oktober 2020 für 150 Millionen Dollar Kasten übernommen, ein Spezialist für Kubernetes-basierende Backup-und-Recovery-Dienste im Container-Umfeld. Investoren hatten Veeam schon lange auf ihrer Rechnung. Anfang 2020 machte Insight Partners ernst, kaufte das Unternehmen für fünf Milliarden Dollar und verlegte die Firmenzentrale in die USA.

Veeams Backup-Portfolio basiert in erster Linie auf der "Veeam Availability Suite" (VAS). Darin enthalten: "Veeam Backup & Replication" sowie "Veeam ONE", eine Kombination aus "Veeam Monitor" und "Veeam Reporter" für die Analyse und das Monitoring von Backup-Szenarien. Diese Kern-Suite wird von etlichen weiteren Backup-Diensten flankiert. Backup für Public-Cloud-Umgebungen und DR-Orchestrierung werden beispielsweise durch Add-on-Produkte ermöglicht. Zuletzt hat der Anbieter neue Backup-Tools für Microsoft Azure und die Google Cloud Platform sowie eine Backup-Repository-Option für Linux-basierte Backup-Ziele angekündigt. Plug-ins gibt es für Oracle RMAN-Backups in AIX-Umgebungen und SAP auf Oracle. Veeam hat darüber hinaus seine AWS-Backup-Funktionen erheblich erweitert, beispielsweise mit der Unterstützung für AWS RDS und "Outposts", EC2-Backup, einem regionsübergreifenden DR auf AWS sowie Change-Block-Tracking mit EBS-Volumes. Die Aktivitäten von Veeam sind geografisch weit gefächert, die Kunden kommen hauptsächlich aus dem Enterprise- und Midmarket-Segment.

Der Veeam Reporter dient der Analyse und dem Monitoring von Backup-Szena­rien. Anwender sehen so auf einen Blick, ob es bei bestimmten Jobs Probleme gibt.
Der Veeam Reporter dient der Analyse und dem Monitoring von Backup-Szena­rien. Anwender sehen so auf einen Blick, ob es bei bestimmten Jobs Probleme gibt.
Foto: Veeam
  • Stärken: Die Gartner-Analysten heben unter anderem die Monitoring-, Reporting- und Diagnose-Fähigkeiten der Veeam-Lösung hervor. Damit seien Anwender in der Lage, Konfigurations- und Leistungsprobleme in ihren Infrastrukturen zügig aufzudecken und mit Hilfe weiterer Features auch automatisch zu beheben. Die Diagnostics-Engine werde mehrmals im Monat auf den neuesten Stand gebracht. Veeam ermögliche zudem die sofortige und zum Teil automatisierte Wiederherstellung von verschiedenen Systemen, wie beispielsweise Hyper-V-, VMware-VMs und NAS-Umgebungen sowie von Microsoft-SQL-Server- und Oracle-Datenbanken. Die Wiederherstellungszeit dieser Workloads werde damit erheblich reduziert. Lobend erwähnt wird außerdem die Cloud-Kostentransparenz. Veeam bietet Administratoren beim Erstellen einer Backup-Richtlinie zum Schutz von AWS- und Microsoft Azure-Instanzen eine granulare Ansicht der geschätzten Cloud-Backup-Kosten für verschiedene Komponenten. Dies hilft Anwendern, die Backup-Richtlinien bei Bedarf anzupassen, und sorgt für eine vorhersehbare Preisgestaltung.

  • Schwächen: Die Analysten bemängeln, dass die Administration von breit aufgefächerten Veeam-Installationen durchaus komplex werden kann. Das liegt meist am Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten, darunter mehrere Backup-Server, Proxy-Server, Mount-Server, Agenten und Backup-Repositories. Dazu kämen trotz aller Anstrengungen immer noch funktionale Lücken. Veeam verfüge nicht über eine globale Deduplizierung, um die Speicherkosten zu reduzieren, hieß es. Das erhöhe die Abhängigkeit von entsprechenden Appliances von Drittanbietern. Es fehle zudem ein automatisches Tiering für Cloud-native Backups - beispielsweise von AWS- und Azure-VM-Sicherungskopien von Hot-Cloud-Objektspeicher-Tiers auf kostengünstige Storage-Tiers wie AWS Glacier oder Microsoft Azure Archive Storage. Dies könne die Speicherkosten für Backups erhöhen, die eine längere Aufbewahrungszeit benötigen.

Veritas

Veritas ist ein alter Hase im Storage-Management- und Backup-&-Recovery-Geschäft. Das 1983 gegründete Unternehmen blickt auf eine bewegte Firmengeschichte zurück. Nach einem Merger mit Symantec im Jahr 2004 folgte zwölf Jahre später die Trennung. Die Investoren der Carlyle Group übernahmen das Information Management Business. Als Veritas Technologies LLC. stellte sich dieser Bereich als eigenständiges Unternehmen neu auf.

Der Klassiker im Backup-Portfolio von Veritas ist "NetBackup" mit verschiedenen Software- und Appliance-Ausprägungen. Für eher heterogen zusammengesetzte Infrastrukturen aus On-premises-, Cloud- und virtualisierten Komponenten hat der Anbieter "BackupExec" im Programm. Hier sind auch Tools für die Absicherung gegen Ransomware-Attacken mit integriert. In den vergangenen Monaten hat Veritas zwei große Updates für NetBackup angekündigt - die Releases 8.3 und 9.0. Diese Updates beinhalten die Unterstützung für Azure Archive Tiering, Azure Stack, AWS Outposts, VMware on AWS, VMware on Azure sowie Verbesserungen für die Sicherung von Oracle-Datenbanken, Microsoft SQL Server und NAS. Mit "NetBackup Flex Scale" will Veritas außerdem eine integrierte Scale-Out-Appliance-Referenzarchitektur auf Basis von NetBackup 9.0 herausbringen.

Veritas integriert in NetBackup ein Dashboard, mit dessen Hilfe Anwender über verschiedene Geräte hinweg ein einheitliches Monitoring ihrer Backup-Systeme erhalten und so auch schnell reagieren können, wenn Probleme auftreten.
Veritas integriert in NetBackup ein Dashboard, mit dessen Hilfe Anwender über verschiedene Geräte hinweg ein einheitliches Monitoring ihrer Backup-Systeme erhalten und so auch schnell reagieren können, wenn Probleme auftreten.
Foto: Veritas

Auch Veritas baut sein Portfolio durch Übernahmen aus: 2019 wurde APTARE übernommen, ein Spezialist für das Monitoring und die Analyse von VMs sowie Speicher- und Backup-Umgebungen. Im September 2020 folgte mit Globanet ein Compliance-Experte. Im Januar 2021 schluckte Veritas das Unternehmen HubStor, das sich auf den Schutz von SaaS-Anwendungen spezialisiert hat.

  • StärkenWachsende Kunden-Loyalität

  • Schwächen: Für bestimmte Features müssen Veritas-Anwender auf Werkzeuge von Drittanbietern zurückgreifen. Das könne Gartner zufolge komplex werden. Malware- und Sicherheitsscans in einer isolierten Wiederherstellungsumgebung unter Verwendung von Sicherheits-Engines von Drittanbietern erforderten beispielsweise eine API-Integration oder das Erstellen Skripten. Nicht einfach zu durchschauen sei auch das Appliance-Portfolio von Veritas. Kunden müssten die Unterschiede in der Architektur und die Vorteile von NetBackup Flex Scale, NetBackup Flex und NetBackup Appliances genau verstehen, um die passende Lösung zu finden. Einige Kunden hätten zudem berichtet, dass sie mit der Qualität des technischen Supports und den Reaktionszeiten unzufrieden seien.

Neben den sechs Anbietern im Leader-Quadranten führt Gartner in seiner aktuellen Untersuchung noch sieben weitere Unternehmen in den anderen Quadranten.

Herausforderer

IBM positionieren die Gartner-Analysten in diesem Jahr nicht mehr im Leader-Quadranten, sondern als Herausforderer. Der Konzern fasst seine Backup-und-Recovery-Lösungen in der "Spectrum Protect Suite" zusammen. Hier finden sich Tools wie "Spectrum Protect", "Spectrum Protect Plus", "Spectrum Protect Snapshot" und "Spectrum Copy Data Management". Die Werkzeuge lassen sich mit einer Vielzahl von Applikationen verknüpfen. Auch IBM öffnet sein Backup & Recovery Portfolio in Richtung Cloud: Beispielsweise ist Spectrum Protect Plus mittlerweile auf dem AWS-Marktplatz verfügbar.

Zu den Stärken der IBM-Lösungen zählen Gartner zufolge eine ausgereifte Unterstützung von Container-Umgebungen sowie die einfache Bereitstellung der Backup-Software. Darüber hinaus sei die Integrität der Backups durch unveränderliche Snapshots sichergestellt. Dagegen muss IBM noch an der seinen Funktionen für Cloud-Backups arbeiten. Die Sicherung von Google Cloud Platform-Umgebungen, DBaaS-Angeboten wie AWS RDS und Azure Managed SQL sowie SaaS-Workloads wie Microsoft Office 365 SharePoint Online, Microsoft Teams, Google Workspace und Salesforce würden nicht unterstützt. Um funktionale Lücken zu stopfen, setze IBM auf Drittanbieter, mache sich damit aber auch abhängig von den Lösungen anderer Hersteller.

Arcserve, im vergangenen Jahr von Gartner noch als Nischenanbieter platziert, konnte sich 2021 in den Challenger-Quadranten vorarbeiten. Das Backup-Portfolio ist breit angelegt. Es umfasst "Arcserve Unified Data Protection" (UDP), "Arcserve Backup", "Arcserve Appliances", "Arcserve UDP Cloud Direct", "Arcserve UDP Cloud Hybrid Secured by Sophos" und "Arcserve Cloud Backup für Office 365". Im März 2021 fusionierte der Anbieter mit StorageCraft, wodurch das Produktportfolio um Scale-out-Storage und zusätzliche Datensicherungsfunktionen wie SaaS-Backup erweitert wurde.

Gartner lobt die breite Plattformunterstützung des Anbieters sowie die Anti-Malware-Funktionen - Arcserve arbeitet mit Sophos zusammen, um Appliances mit integrierten Malware-Erkennungsfunktionen anzubieten. Als kundenfreundlich erwähnen die Analysten ferner die vergleichsweise niedrigen Lizenzkosten für die Software. Ausbaufähig sei dagegen die Cloud-native Datensicherung. Arcserve UDP lasse sich nicht in die Snapshot-APIs der großen Public-Cloud-Anbieter integrieren. Etwas umständlich sei auch die Anbindung von Tape-Unterstützung. Dafür müssten Anwender zwei unterschiedliche Produkte installieren. Zudem sei das Schnittstellenangebot für die Anbindung von Storage-Arrays verschiedener Hersteller begrenzt.

Visionäre

Acronis positioniert sich wie schon im vergangenen Jahr im Visionärs-Quadranten und bietet mit seiner "Cyber Protect Cloud-Plattform" einen Cloud-basierten Backup- und Sicherheitsdienst, der mittelgroße Betriebe adressiert und in erster Linie von Dienstanbietern über 30 Rechenzentren in allen wichtigen Regionen bereitgestellt wird. Mit "Acronis Cyber Protect" gibt es außerdem eine On-premises-Softwarelösung, die eine integrierte Backup- und Sicherheitslösung für physische Server, VMs vor Ort sowie Cloud-Instanzen und Endpunkte bietet.

Die Analysten heben vor allem die Fähigkeiten von Acronis zum Schutz vor Ransomware hervor. Anwender könnten aktiv nach Sicherheitsbedrohungen scannen und die Authentizität und Wiederherstellbarkeit von Sicherungskopien überprüfen. Lobend erwähnt werden auch die Breite des BaaS-Angebots sowie die Schutzmöglichkeiten von Edge-Umgebungen. Schwach sei dagegen die Datenbankunterstützung. Die Backup- und Recovery-Funktionen von Acronis für Datenbanken wie Oracle Database, Microsoft SQL, SAP HANA und NoSQL seien ausbaufähig. Auch die Unterstützung für Public Clouds könnte besser sein. Acronis sei im Vergleich zur Konkurrenz nicht in der Lage, Datenschutzfunktionen für IaaS- und SaaS-Workloads anzubieten, bemängeln die Analysten.

Neueinsteiger Druva wurde von Gartner als Visionär eingestuft. Mit der "Druva Cloud Platform" offeriert der 2008 von ehemaligen Veritas-Mitarbeitern gegründete Anbieter ein BaaS-basiertes Angebot, das die AWS-Cloud für die Ablage und Verwaltung von Sicherungsdaten nutzt. Die Plattform besteht aus drei Produkten: "Phoenix" für Server-Backup, "inSync" für SaaS-Anwendungen und Endpunkt-Backup sowie das 2019 zugekaufte "CloudRanger" für Cloud-natives Backup und DR. Druva hat seine Lösung zuletzt mit einem Ransomware-Wiederherstellungsdienst sowie integrierten Sicherungs- und Archivierungsfunktionen für NAS-Daten erweitert. Neu hinzu kamen außerdem eine Azure Active Directory-Integration und Erweiterungen für die Sicherung von Oracle und Microsoft SQL Server. Mit der Akquisition von sfApex im November 2020 kaufte Druva Salesforce-Datenschutzfunktionen zu.

Gartner lobt explizit das SaaS-Bereitstellungsmodell. Das vereinfache die Verwaltung, minimiere den betrieblichen Aufwand und ermögliche es den Kunden, von dem Pay-as-you-go-Preismodell zu profitieren. Die Lösung biete gute Such- und Analysefunktionen, die Anwendungsfälle wie E-Discovery, Ransomware-Erkennung und -Wiederherstellung sowie Speicheroptimierung ermöglichen. Druva unterstütze zudem eine breite Palette von SaaS-Anwendungen, einschließlich aller wichtigen Microsoft Office 365-Angebote, Google Workspace, Salesforce und Slack. Schwächer bestückt sei der Anbieter allerdings auf der On-premises-Flanke beim Schutz klassischer Data-Center-Umgebungen. Darüber hinaus sollte die Integration in die IaaS-Angebote der Hyperscaler ausgebaut werden. Die Unterstützung für Microsoft Azure und die Google Cloud Platform sei größtenteils noch in Arbeit.

Nischenanbieter

Neu in Gartners Magic Quadrant ist auch MicroFocus, das als Nischenanbieter qualifiziert wird. Der bereits 1976 gegründete Softwareanbieter ist eigentlich spezialisiert auf die Bereiche Application Portfolio Management, Modernisierung von Enterprise- und Mainframe-Applikationen, Application Development und Qualitätssicherung. Die Lösungen für Backup & Recovery kamen 2017 mit der Übernahme des Softwaregeschäfts von HPE hinzu. Kernprodukt ist der "Data Protector", eine Plattform, die in erster Linie Workloads in physischen und virtuellen Umgebungen schützt. Es gibt zwei Editionen: Die Express Edition, hauptsächlich für virtuelle Umgebungen, und die Premium Edition, die für virtuelle und physische Umgebungen sowie die Integration mit Cloud-Umgebungen gedacht ist.

Mit der Data Protector Express Edition biete MicroFocus einen besonders günstigen Einstieg in Backup & Recovery-Lösungen, hebt Gartner hervor. Gut ausgebaut sei zudem das Ökosystem: Data Protector lasse sich in die Hardware-Snapshot-Funktionen einer Reihe von Anbietern von Storage-Arrays integrieren und unterstütze eine breite Palette von Deduplizierungs-Applikationen. Lücken gebe es dagegen bei der Bereitstellung von Datenschutzfunktionen für Public Cloud IaaS, SaaS und Hyperconverged Infrastructure (HCI). Es fehlten kritische Anti-Ransomware-Funktionen wie die Erkennung von Anomalien, eine Wiederherstellungs-Orchestrierung und die Integration von Malware-Scannern anderer Anbieter, kritisieren die Analysten. Auch die Benutzeroberfläche müsste aufgefrischt und modernisiert werden. Außerdem sei die Neuordnung des Partnergeschäfts nach der Übernahme der Softwaresparte von HPE noch nicht abgeschlossen.

Die Kaseya-Tochter Unitrends wird von Gartner wie im vergangenen Jahr als Nischenanbieter eingeordnet. Das Backup-Portfolio besteht aus der "Unitrends Backup Software", der "Recovery Series Backup Appliance" und "Spanning Backup" für die Sicherung von SaaS-Anwendungen. Mit "UniView" hat der Anbieter zuletzt eine Plattform auf den Markt gebracht, die die zentrale Verwaltung mehrerer Recovery Series Appliances und SaaS-Anwendungen ermöglichen soll.

Die Stärke des Anbieters liege vor allem in seinem Appliances-Portfolio, sagt Gartner. Die Systeme würden in 15 verschiedenen Konfigurationen angeboten, die ein breites Spektrum an Backup-Kapazitäts- und Leistungsanforderungen abdeckten. Die Analysten heben ferner den integrierten Cloud-Speicher für Archivierung und DR hervor. Zudem unterstütze Unitrends die Datenschutzanforderungen aller wichtigen SaaS-Anwendungen einschließlich Microsoft 365, Google Workspace und Salesforce. Grenzen gebe es dagegen bei der Skalierbarkeit - Die Unitrends Recovery Series Backup Appliance eigne sich möglicherweise nicht für Unternehmen mit einem Backup-Bedarf von mehr als 100TB. Auch die Cloud-Integration und Datenbankunterstützung offenbarten Lücken. Unitrends lasse sich Gartner zufolge nicht in die Snapshot-APIs von AWS EC2, Azure VMs oder GCE integrieren. Die Sicherung von Oracle RAC-Datenbankinstanzen, SAP HANA und NoSQL-Datenbanken wie MongoDB und Cassandra biete nur begrenzte Möglichkeiten für die Sicherung. Es würden zudem keine DBaaS-Instanzen wie AWS RDS oder Azure SQL Managed Instance gesichert.

Neu in Gartners Nischenanbieter-Quadranten ist Zerto. Der Anbieter wurde Anfang Juli 2021 für 370 Millionen Dollar von HPE übernommen. Die Zerto-Plattform zielt darauf ab, Workloads sowohl vor Ort als auch in der Cloud zu schützen. Die jüngsten Plattform-Updates beinhalten unter anderem eine bessere Unterstützung für AWS und Microsoft Azure als Aufbewahrungsziele für Backups, eine sofortige Dateiwiederherstellung sowie Verbesserungen bei der Backup-Leistung und Kapazitätsüberwachung.

Gerade die konvergierte Backup- und DR-Lösung sei eine Stärke von Zerto, sagt Gartner. Die einheitliche Plattform kombiniere Backup- und DR-Funktionen und vereinfache damit Datensicherungsarchitekturen. Zu den Vorzügen der Plattform gehörten ferner eine einfache Bedienung sowie plattformübergreifende Wiederherstellungsoptionen. Bei den Anti-Ransomware-Funktionen gebe es allerdings Nachholbedarf, monieren die Analysten. Zerto biete keine Unterstützung für die Erkennung von Malware, sei für die Unveränderbarkeit von Backups auf Speicher-Repositories von Drittanbietern angewiesen und hinke bei der Identifizierung von sauberen Sicherungskopien und der Bereitstellung einer isolierten Wiederherstellungsumgebung hinter der Konkurrenz her. Außerdem werde kein Backup von AWS EC2-Instanzen in dieselbe Verfügbarkeitszone unterstützt. Für die Sicherung von Microsoft Azure-Instanzen müssten Kunden zwei Zerto Cloud Appliances in derselben Region installieren, was die Komplexität der Verwaltung erhöhe.

Aussteiger

Nicht mehr dabei im aktuellen Magic Quadrant von Gartner ist Actifio. Das Unternehmen platzierte sich im vergangenen Jahr noch als Visionär. Im Dezember 2020 hatte Google den Anbieter übernommen. Actifio fokussiere sich neben seinem Appliance-Geschäft mit dem Kernprodukt "Actifio Sky" vor allem auf die Absicherung von VMs und großen Datenbanksystemen - on-premises und in der Cloud, schrieben die Gartner-Analysten im Report 2020. Kunden hätten mit Actifio mehrere Optionen für die Bereitstellung: als Virtual Appliance, Bare-metal-Appliance oder als SaaS-Lösung in allen großen Clouds (AWS, Azure und GCP). Gut bedient sind laut Gartner Anwender, die Backup & Recovery für große Datenbanken wie IBM DB2, Oracle, Microsoft SQL oder SAP HANA suchen. Ein effizientes Storage-Tiering sowie viele Tuning-Features sorgten für vergleichsweise niedrige Betriebskosten. Hoch seien dagegen die Lizenz- und Wartungskosten für die Software, warnten die Analysten im vergangenen Jahr. Außerdem beschränke sich die Marktpräsenz von Actifio hauptsächlich auf Nordamerika - was sich mit der Übernahme durch Google jedoch schnell ändern könnte. Auch funktional gebe es Lücken: Beispielsweise würden Tape-Backups nicht unterstützt.