Die AGF erhaelt einen neuen Namen und einen Senat Re-Engineering in deutschen Grossforschungseinrichtungen

21.07.1995

BONN (CW) - Die Arbeitsgemeinschaft der Grossforschungseinrichtungen (AGF) wird umgetauft und reorganisiert. Unter dem Namen "Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren" (HGF) sollen die Geschicke der Organisation von einem Senat mitbestimmt werden, dem Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft angehoeren.

Nachdem deutsche Industrievertreter in den vergangenen Jahren immer wieder beklagt hatten, dass die Zusammenarbeit mit den insgesamt 16 zumeist vom Bund finanzierten Grossforschungseinrichtungen aeusserst schwierig sei, haben sich der AGF-Vorsitzende Joachim Treusch und Bundesforschungsminister Juergen Ruettgers zu einschneidenden Massnahmen entschlossen. Ein 25koepfiges Gremium, dem unter anderem Ruettgers und BDI-Praesident Hans-Olaf Henkel angehoeren, soll fortan ueber Strategiefragen befinden.

Aufgabe des Senats ist es ausserdem, die Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und der Industrie zu optimieren und Qualitaetssicherung sowie Erfolgskontrolle staerker zu thematisieren. Das Gremium soll eigenstaendig Vorschlaege entwickeln, denen sich die Forschungseinrichtungen stellen wollen. Dabei ist sogar die Aufgabe ganzer Forschungsgebiete denkbar.

Wie die "Sueddeutsche Zeitung" berichtet, muessen die mit 23 000 Mitarbeitern und einem jaehrlichen Budget von 3,8 Milliarden Mark ausgestatteten Forschungseinrichtungen keine Planstellen streichen.

Die Umtaufung der Gesellschaft soll zur AGF-Jahrestagung am 13. November dieses Jahres in Berlin stattfinden. Helmholtz (1821 bis 1894) wurde als Namenspatron gewaehlt, weil er als einer der letzten bedeutenden Vertreter der klassischen Naturwissenschaft einschliesslich Medizin, Chemie und Physik gilt.