Supply Chain Management

Die 8 wichtigsten Lieferketten-Trends

09.10.2020
Von 
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Binnen fünf Jahren erwartet das Marktforschungsinstitut Gartner erhebliche Veränderungen im Lieferketten-Management. Acht Trends zeichnen sich bereits jetzt ab.
  • Bis 2023 wird mindestens jeder zweite Global Player in seiner Lieferkette Künstliche Intelligenz (KI), Advanced Analytics und Technologien rund um das Internet der Dinge (IoT) einsetzen
  • Bis 2013 drohen 90 Prozent aller Blockchain-Initiativen einzuschlafen – es fehlt an Use Cases
Die Analysten von Gartner identifzieren acht Trends im Lieferketten-Management.
Die Analysten von Gartner identifzieren acht Trends im Lieferketten-Management.
Foto: Gartner

Die Analysten der US-Marktforschungsfirma Gartner betrachten Lieferketten-Management zunehmend im Zusammenhang mit Unternehmensrisiken. Supply Chain Manager sollten der Firmenleitung signalisieren, dass sie bereit für den Einsatz innovativer Technologien sind, rät Gartner. Die Analysten stellen zwei Thesen auf: erstens wird bis 2023 mindestens jeder zweite Global Player in seiner Lieferkette mit Künstlicher Intelligenz (KI), Advanced Analytics und Technologien rund um das Internet der Dinge (IoT) arbeiten. Zweitens drohen im selben Zeitraum 90 Prozent aller Blockchain-Initiativen einzuschlafen - die Use Cases fehlen.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre wird sich das Management von Lieferketten deutlich verändern, so die Analysten weiter. Sie nennen acht Trends:

1. Artificial Intelligence (AI): Noch setzen nicht viele Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) im Lieferketten-Management ein, erklärt Gartner. Das dürfte sich ändern, denn KI unterstützt sie beim Finden der effizientesten Routen und bei der Optimierung der Bestände im Lager. Beides spart Zeit und Geld.

2. Advanced Analytics: Advanced Analytics unterstützt zum Beispiel beim Identifizieren von betrügerischen Kunden oder im Bestimmen der richtigen Preise.

3. Internet der Dinge (IoT): Das Internet der Dinge (oder Englisch IoT für Internet of things) ermöglicht Einblicke in die gesamte Lieferkette. IoT-Technologien sollen zum Beispiel dafür sorgen, dass niemand Sendungen unerlaubt öffnet.

4. Robotic Process Automation (RPA): Robotic Process Automation (RPA) soll Kosten reduzieren, in dem etwa das Prüfen und Einhalten von Verträgen automatisiert wird. Chatbots können Fragen von Mitarbeitern beantworten.

Drohnen überfliegen Bestände und machen Fotos

5. Autonome Fahrzeuge und Drohnen: In Lagerräumen können autonome Fahrzeuge Ware an den idealen Platz bringen. Drohnen können Bestände überfliegen und dabei Fotos machen.

6. Digitale Zwillinge der realen Lieferkette: Die Idee, eine komplette haptische Lieferkette digital abzubilden, steckt noch in den Kinderschuhen. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen Entscheider Kosten und Nutzen sehr genau abwägen, betont Gartner. Doch mit zunehmender technologischer Reife zeigen sich die Vorteile im Hinblick auf Transparenz und Fehlervermeidung, wenn solch ein digitaler Zwilling verfügbar ist.

7. Augmented und Virtual Reality (AR und VR): Die Analysten erwarten in Zukunft eine kombinierte Anwendung künstlicher und erweiterter Realitäten durch Sensoren und Technologien, die am Körper getragen werden. Dadurch wird es zum Beispiel möglich sein, Ware "anzufassen", die sich an weit entfernten Orten befindet.

8. Blockchain: Die Blockchain wird Unternehmen Papierkram abnehmen. Lieferungen lassen sich tracken und Fälschungen aufdecken.

Fazit: Für Gartner ist die Lieferkette mehr als ein nur "ausführender Bereich". Unternehmen brauchen eine Strategie für ihre Supply Chain, die alle neuen Technologien auf Tauglichkeit untersucht und sinnvoll einbezieht.