Ranking

Die 50 innovativsten Unternehmen der Welt

Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.
Wer hat's erfunden? Die Boston Consulting Group-Rangliste der 50 innovativsten Unternehmen des abgelaufenen Jahres birgt aus deutscher Sicht Überraschungen - und zwar keine guten.

Seit 2005 identifiziert das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group (BCG) jährlich die weltweit innovativsten Unternehmen. Für das aktuelle Innovations-Ranking hat die BCG 1500 Manager und Entscheider aus aller Herren Länder gefragt, welche Unternehmen sie als innovativ empfinden. Wir haben die Top 50 der weltweit innovativsten Unternehmen für Sie zusammengefasst:

Deutsche Unternehmen verlieren an Boden

Wahrscheinlich ist Ihnen bereits aufgefallen, dass es kein deutsches Unternehmen in die Top Ten geschafft hat. Ein Blick auf das letztjährige BCG-Innovations-Ranking macht auch nichts besser - eher im Gegenteil. Denn die deutschen Konzerne sind mehrheitlich hinter die Konkurrenz aus Asien und den USA zurückgefallen. Einzig der Chemieriese BASF kann sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern - von Platz 29 auf 20, während Bayer seinen 11. Platz halten kann und damit laut BCG innovativstes deutsches Unternehmen ist.

Ansonsten herrscht bei den deutschen Unternehmen Abstiegsatmosphäre: BMW (2015: Platz 7) und Daimler (2015: Platz 10) fliegen aus den Top Ten, Allianz (2015: Platz 25) und Siemens (2015: Platz 30) büßen ebenfalls Plätze im Ranking ein. Weniger überraschend ist hingegen, dass der Volkswagen-Konzern im BCG-Ranking überhaupt nicht mehr auftaucht. Auch SAP, den größten deutschen Softwarehersteller, sucht man in der illustren Liste vergebens.

Das Innovationsranking der Boston Consulting Group zeichnet kein gutes Bild für deutsche Unternehmen.
Das Innovationsranking der Boston Consulting Group zeichnet kein gutes Bild für deutsche Unternehmen.
Foto: ImageFlow - shutterstock.com

"Das Ergebnis sollte ein Weckruf für deutsche Unternehmen sein", meint BCG-Deutschlandchef Carsten Kratz. "Viele von ihnen sind zwar nach wie vor innovativ, werden im globalen Wettbewerb aber nicht unbedingt als innovativ wahrgenommen."

Das sieht insbesondere bei US-Konzernen anders aus: Die stärksten Aufsteiger in Sachen Innovation sind Netflix (2015: Platz 27), Facebook (2015: Platz 28) und der Chemiekonzern DuPont (2015: Platz 37). Die Top Ten ist nahezu vollständig in US-amerikanischer Hand, lediglich Samsung und Toyota bilden Ausnahmen. Auf den Spitzenplätzen bietet sich dasselbe Bild wie im letzten Jahr: Apple vor Google, Tesla und Microsoft.

Digitalisierung fördert Innovation

Dabei zeigt das Innovationsranking der Boston Consulting Group auch, dass Technologien wie Big Data und Analytics längst nicht mehr nur in der Tech- und IT-Branche als Innovationstreiber zum Einsatz kommen: vier von fünf befragten Managern geben an, Datenanalysen als Inspirations- und Ideenquelle zu nutzen. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung digitaler Plattformen und Services, wie Kratz erläutert: "Etablierte Industriefirmen, die langfristig auf dem Markt mitspielen wollen, denken über die Weiterentwicklung ihres Kerngeschäfts hinaus und suchen nach digitalen Angeboten".

Beispiele hierfür gibt es genug. Eines davon ist Nike. Der traditionsreiche US-Textilhersteller setzt nicht mehr nur auf Sneaker und Sportbekleidung, sondern auch auf Wearables und Apps. Ähnliche Entwicklungen sind seit längerem auch in der Automobilindustrie zu beobachten: Die Autobauer wollen sich zu möglichst breit aufgestellten Mobilitätsdienstleistern entwickeln.

Die zentrale Quelle für Innovation ist nach Einschätzung der Befragten allerdings die Unternehmensstruktur und -kultur: vier von fünf Managern sind dieser Überzeugung. "Diversity ist ein wichtiger Treiber für Innovation. Gute Ideen entstehen durch Vielfalt der Perspektiven. Um diese Ideen zu heben, braucht es eine Kultur der Einfachheit: schlanke Strukturen und agile Prozesse sowie eine barrierefreie Kommunikation über alle Ebenen hinweg", erläutert Carsten Kratz.

Dabei sind auch Impulse von außen gefragt: 44 Prozent der Unternehmen in den Top 30 fördern Start-Ups, 40 Prozent investieren Wagniskapital in neue Business-Modelle und Geschäftsideen.

 

Karsten Berg

Apple auf Platz eins immer noch ist aber auch nicht das Wahre vom Ei; da hätte ich Tesla eher vermutet.

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