IT-Sicherheit

Die 10 größten Herausforderungen für CISOs

18.01.2017
Von 
Mathias Widler ist Vice President Central EMEA bei ThousandEyes.

6. Remote Access

Die nächste Herausforderung für CISOs besteht darin, sicheren Fernzugriff auf ihr Netzwerk zu gewährleisten. Malware, die sich auf dem Gerät eines vertrauenswürdigen Anwenders festgesetzt hat, kann durch den unbeschränkten Zugriff via VPN großen Schaden an internen Anwendungen anrichten. Drittparteien haben durch VPNs oftmals nicht nur Zugang zu Anwendungen, die sie im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen benötigen, sondern auf das gesamte Netzwerk. CISOs müssen sich Gedanken machen, wem sie Zugang zu ihrem Netzwerk gewähren und auf welche Weise. Denn der Zugang zu Anwendungen muss nicht mit dem Zugriff auf das gesamte Netzwerk gleichgesetzt werden.

7. Hausgemachtes DDoS

Unternehmen benötigen zunehmend mehr Bandbreite durch Smartphones, Tablet-PCs und Laptops, die stärker als je zuvor mit externen Netzen verbunden sind. Cloud-Applikationen tragen zudem zu den Kapazitätsanforderungen an ein Netzwerk bei. Hinzu kommt die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Streaming-Services wie Netflix und Amazon Video oder neue Live-Streaming Angebote von Facebook oder Periscope. Die meisten Leitungen von Unternehmen sind nicht für solche Datenvolumen ausgelegt.

Ohne Bandbreitenoptimierung und Packet-Shaping-Technologie läuft ein Unternehmen Gefahr, dass durch die Datenmassen die Leitungen verstopft werden und dadurch der Zugriff auf geschäftskritische Anwendungen leidet. Eine weitere Herausforderung besteht in der Verfügbarkeit der Sicherheit, die dem erhöhten ohne Abstriche in der Kontrollfunktion dem Durchsatz standhalten muss.

8. Schutz gegen Unbekanntes

Blacklists greifen heutzutage nicht mehr als Sicherheitsansatz für IT-Sicherheit. Signaturen für Virenschutz oder IPS funktionieren nur bei bekannten Gefahren. Da Malware sich rasant verändert, kann sich ein CISO zum Schutz nicht mehr auf bekannte Malware-Pattern verlassen. Heuristische Verfahren, wie Sandbox-Technologien und künstliche Intelligenz werden nun herangezogen, um das Risiko von Zero-Day-Angriffen zu minimieren. Auch für Web-Security müssen CISOs umdenken. Traditionellerweise wird auf URL-Filter gesetzt, um den Zugang zu einigen Ecken des Internets zu sperren. Allerdings werden diese dunklen Ecken im Zeitalter von Malvertising und Drive-by-Downloads immer weniger greifbar. Bislang vertrauenswürde Webseiten werden durch Malware kompromittiert und fallen damit durch das Raster von URL-Filter, die auf Blacklisting basieren. Dadurch entsteht die Herausforderung, alle Webseiten-Inhalte kontinuierlich inline zu scannen, womit die entsprechende Leistungsfähigkeit eines Sicherheitsansatzes gefordert ist.

9. Veröffentlichungspflicht von Cyberangriffen

Die Einführung der General-Data-Protection-Regulation wird sich auf die Bewertung eines Hackerangriffs und die Ursachenforschung auswirken. Das Zeitfenster von 72 Stunden für die Berichterstattung einer Datenschutzverletzung bedeutet, dass Unternehmen wenig Spielraum für die Schadensanalyse bleibt. Deshalb müssen sie ihren Datenfluss besser verstehen und umfassenden Einblick in die generelle Bedrohungslage haben. Die schnelle Veröffentlichungspflicht stellt CISOs vor große Herausforderungen: Sollte eine vorsichtige Einschätzung eines Verstoßes vorgenommen werden oder vom Worst-Case-Szenario ausgegangen werden? Unternehmen sind gefordert, strukturierte Ablaufpläne im Vorgriff auf potenzielle Sicherheitsvorfälle zu entwickeln. Diese Pläne sollten einen Angriff zur Folgenabschätzung nachvollziehbar machen, Verantwortlichkeiten festlegen und den schnellen Zugang zu den benötigen Informationen sicherstellen.

10. Information Overkill

Vorbeugende Schutzmaßnahmen für sich alleine gesehen reichen nicht mehr aus, um den Schaden durch Cyberangriffe möglichst einzudämmen. Die Bedrohungslage macht es erforderlich, eine mehrstufige Sicherheitsstrategie zu implementieren, die neben der Prävention auch die Erkennung und die Schadensbeseitigung umfasst. Die Notwendigkeit Angriffe frühzeitig zu erkennen führt vielfach dazu, dass IT-Security-Teams jeglichen Vorgang loggen und damit eine unüberschaubare Masse an Daten generieren.

Durch die Cloud, Mobilität, IoT und SaaS wird eine Unmenge an Informationen generiert, die ein Aufspüren von Schadcode schwieriger gestaltet. Eine Korrelation von Log-Daten verschiedenster Systeme, die unter Umständen unterschiedliche nicht kompatible Standards benutzen, birgt Fallstricke in der Analyse und führt nicht zur Problemlösung. CISOs benötigen zuverlässige Indikatoren für die Erkennung einer Kompromittierung und Intelligenz zur Gefahrensituation, um die Nadel im Heuhaufen erkennen zu können. (fm)