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DiData zahlt hohen Preis für Einkaufstour

22.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der an der Londoner Börse notierte südafrikanische IT-Dienstleister Dimension Data hat gestern Zahlen für das Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr vorgelegt und in der Bilanz die enorme Goodwill-Abschreibung von 1,32 Milliarden Dollar ausgewiesen. Zuzüglich weiterer Einmalbelastungen summierte sich dies zu einem Nettoverlust von 1,66 Milliarden Dollar. "Das ist die größte Goodwill-Abschreibung in der Geschichte der europäischen IT-Serviceindustrie", klagt SG-Cowen-Analyst Hugo Mills. Die niederländische Getronics hatte Anfang des Monats bereits 800 Millionen Euro für die Übernahme von Wang Global vor zwei Jahren abgeschrieben.

Didata hatte bei seinem Börsengang im Juli vergangenen Jahres 1,2 Milliarden Dollar eingenommen und seither knapp 950 Millionen davon für verschiedene Akquisitionen wieder ausgegeben. Größter Brocken war der Kauf von Comparex für zwei Milliarden Dollar (allerdings in Aktien). Im Juli hatte Dimension Data eine Gewinnwarnung ausgegeben und Anfang dieses Monats auch noch einen unerwartet schwachen Geschäftsverlauf in Asien angekündigt. Die Einnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen um 24 Prozent auf 2,46 Milliarden Dollar. Mittelfristig ist Executive Chairman Jeremy Ord dennoch eher pessimistisch: "Im begonnenen Geschäftsjahr dauern in den meisten unserer Märkte die ungünstigen Marktbedingungen an, und es sieht nicht danach aus als würden die IT-Ausgaben im laufenden Geschäftsjahr signifikant anziehen." Schwarze Zahlen vor Steuern (nach Goodwill und sonstigen Abschreibungen) erwartet Didata erst wieder in fünf Jahren. (tc)