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Deutschland ist wieder attraktiver für Forscher

04.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Zahl der ausländischen Wissenschaftler, die in die Bundesrepublik kommen um zu forschen, nimmt stetig zu. Das zunehmende Interesse von Spitzenwissenschaftlern hänge auch mit den verschärften US-amerikanischen Einreisebedingungen zusammen. Einer Umfrage der "Financial Times Deutschland" zufolge profitieren von diesem Trend vor allem Forschungseinrichtungen wie beispielsweise die Max-Planck-Institute und weniger universitäre Institute.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung, die die internationale Forschungszusammenarbeit fördert, hatte im letzten Jahr deutlich mehr ausländische Bewerber, die sich um ein Stipendium bemühten. Die Zahl der Anträge stieg um rund 20 Prozent von 1159 auf 1405. Besonders viele Interessenten aus Indien und China bewarben sich, die in den vergangenen Jahren bevorzugt in die USA zum Forschen wollten. Der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Wolfgang Frühwald, freut sich über diesen Trend, denn heute wollten viele hervorragende Wissenschaftler in Deutschland forschen, die es sonst in die USA zog.

Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sieht die Entwicklung ähnlich. Großbritannien, Kanada und Deutschland sind unter den Studierenden und Wissenschaftlern gleichermaßen beliebt. Die Zahl der indischen Studierenden hierzulande habe sich in den vergangenen drei Jahren nahezu verdreifacht. Und das Interesse der chinesischen Studierenden sei ebenfalls groß. Die noch vor einigen Jahren befürchtete Abwanderung von Akademikern ("Brain Drain") in die USA sei umgekehrt. Bernd Wirsing, Sprecher der Max-Planck-Gesellschaft spricht sogar optimistisch von einem "Brain Gain". (iw)