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Deutsches IT-Stimmungsbarometer

11.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz der augenblicklich desolaten Wirtschaftslage sind 81 Prozent der deutschen IT-Unternehmen auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Zu diesem und anderen Ergebnissen kommt die Studie "Visions 2002" von Team Andreas Dripke GmbH, das im Auftrag der Beratungs- und Softwareintegrationsgesellschaft CMG 250 deutsche IT-Verantwortliche aus unterschiedlichsten Branchen bezüglich ihrer Einschätzung für das nächste Jahr und die weitere Zukunft befragte.

Was die Konjunktur anbelangt, gehen 18 Prozent der Manager von einer Belebung der High-Tech-Branche im kommenden Jahr aus. 41 Prozent halten es für möglich, dass die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der IT- und Kommunikationstechnik bis spätestens 2003 wieder steigt. 28 Prozent sind jedoch pessimistisch und rechnen nicht vor 2005 mit einer Belebung der High-Tech-Konjunktur. Rund elf Prozent erwarten sogar, dass die Flaute bis 2010 anhält.

Nicht in allen Branchen hat die Informationstechnologie gleichermaßen Einzug gehalten: 40 Prozent der befragten Manager glauben, dass der Handel den größten IT-Nachholbedarf hat. 37 Prozent sind der Ansicht, dass die IT-Nachfrage in der Industrie noch deutlich steigen werde. Auch die Sparten Banken (24 Prozent), Versicherungen (22 Prozent) und Medien (sieben Prozent) weisen noch Defizite in der IT auf.

Zu den fünf wichtigsten Themen im kommenden Jahr zählen der Umfrage zufolge die Sicherheit (70 Prozent), E-Business (59 Prozent), die Auswirkungen der Basel-II-Regularien auf die Wirtschaft (58 Prozent), die Verbesserung der Softwarequalität (49 Prozent) sowie elektronisches Customer-Relationship-Management (41 Prozent). Als weitere wichtige Trendthemen für 2002 stuften die Manager unter anderem Web-Services (35 Prozent), Mobile Business (33 Prozent), Online-Beschaffungswesen (30 Prozent) und Content-Management (28 Prozent) ein.

Return on Investment (ROI)

Auf die Frage, wie schnell sich Investitionen in neue Technologien rechnen sollten, damit die notwendigen Finanzmittel dafür locker gemacht werden, gaben sich elf Prozent der Manager besonders ungeduldig: Der ROI sollte binnen sechs Monaten erreicht sein. 37 Prozent stecken nur dann Geld in ein neues Projekt, wenn die Wirtschaftlichkeit innerhalb eines Jahres abzusehen ist. 39 Prozent halten zwei Jahre für einen angemessenen Zeitraum, und nur elf Prozent der Manager sind zu langfristigen Investitionen bereit, die fünf Jahre oder länger auf die Rendite warten lassen.

CMG ermittelte zudem, wie sich die IT-Verantwortlichen auf dem Laufenden halten und Investitionsentscheidungen treffen. 57 Prozent der Befragten gaben an, sich vor allem durch Treffen mit den Anbietern von IT- und Kommunikationssystemen sowie Beratern zu informieren und ihre Beschaffungsmaßnahmen danach zu gestalten. Rund 37 Prozent setzen auf die Medien, und 29 Prozent nutzen Messen, um aktuelle Trends zu beobachten sowie sich über die Produkte zu informieren.

SAP soll mehr Einfluss gewinnen

Die Hälfte der befragen Führungskräfte sind der Meinung, dass die SAP künftig eine wichtigere Rolle im IT-Markt spielen sollte. 44 Prozent würden sich über eine stärkere Position des Konkurrenten Oracle freuen, und 40 Prozent halten es für wünschenswert, wenn Microsoft noch dominanter würde. In Bezug auf die Hardwareanbieter würden 45 Prozent eine stärkere Marktpräsenz von Sun und 42 Prozent einen größeren Einfluss von IBM begrüßen. (ka)