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Deutscher PC-Markt schwächster in Westeuropa

27.07.2005
Vor allem in großen deutschen Unternehmen sei der PC-Einkauf praktisch zum Stillstand gekommen, sagt IDC-Analystin Meike Escherich. Consumer kauften vor allem spezialisierte Zweitrechner.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Marktforscher von Gartner Dataquest haben Zahlen zum deutschen PC-Markt im zweiten Quartal 2005 vorgelegt. Demnach wurden hierzulande von April bis Juni 1,96 Millionen Rechner verkauft, das sind 11,3 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Trend ging einmal mehr zu portablen Geräten - das Notebook-Segment legte um 20 Prozent zu, bei Desktops gab es hingegen nur sechs Prozent Wachstum.

Der Privatkundenbereich stieg um 15 Prozent an, der Firmenkundesektor legte nur um acht Prozent zu. Deutschland erzielte laut Gartner das schwächste Wachstum im westeuropäischen Raum. Der Anteil des deutschen Markts am gesamteuropäischen macht den Auguren zufolge 19 Prozent aus und ist damit knapp hinter Großbritannien der zweitgrößte.

Fujitsu-Siemens Computers (FSC) ist und bleibt unangefochtener PC-Marktführer in Deutschland. Laut Gartner verkaufte das Unternehmen im zweiten Quartal 342.105 Rechner (plus 8,5 Prozent), allerdings ging der Marktanteil von FSC geringfügig zurück auf 17,5 Prozent (Vorjahresquartal 17,9 Prozent). Platz zwei belegt dank eines deutlichen Stückzahlenwachstums von 26,3 Prozent auf 210.000 Einheiten die Essener Medion, die vor allem Discounter beliefert. Sie kam auf 10,7 Prozent Marktanteil nach 9,5 Prozent vor Jahresfrist.

Auf Platz drei verdrängt wurde damit Hewlett-Packard, das trotz eines Stückzahlenplus von 9,6 Prozent auf 197.475 verkaufte PCs einen Zehntelpunkt auf 10,1 Prozent Markanteil verlor. Das weitaus größte Wachstum erzielte mit 44,3 Prozent auf 189.156 abgesetzte Rechner der Direktanbieter Dell, der seinen Marktanteil damit von 7,5 auf 9,7 Prozent steigern konnte. Die Top Five komplettiert Acer, das mit 162.582 Stück 8,5 Prozent mehr Geräte loswurde als vor einem Jahr und beim Marktanteil 0,2 Prozent auf 8,3 Prozent abgab. Die übrigen Hersteller teilen sich die verbleibenden 856.327 Rechner (plus 4,9 Prozent) und 43,7 Prozent des Markts.

"Die politische und wirtschaftliche Situation spiegelt sich im Investitionsverhalten des Geschäftskundenbereichs wieder. Das betrifft vor allem große Unternehmen, in denen der PC-Einkauf praktisch zum Stillstand gekommen ist", erklärte Gartner-Analystin Meike Escherich. "Privatkunden treiben weiterhin den Markt an, hier werden in erster Linie zusätzliche Zweit-PCs erworben, die für bestimmte Aufgaben angeschafft werden - PCs mit speziellen Funktionen wie Media- und Entertainment-Desktops oder Hightech-Notebooks." (tc)