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Deutscher Outsourcing-Markt wächst stabil

22.05.2006
Die Marktforscher von Ovum erwarten eine Wachstumsrate von acht Prozent.

Das Outsourcing-Geschäft bleibt im deutschen IT-Servicemarkt das am stärksten wachsende Segment. Bis Ende dieses Jahrzehnts erwartet Ovum eine durchschnittliche Wachstumsrate von acht Prozent per annum. Das Gesamtvolumen belief sich laut Erhebung im vergangenen Jahr auf 11,55 Milliarden Euro, das sind 43 Prozent vom gesamten hiesigen IT-Servicegeschäft. Im Jahr 2009 werden Anwender 15,8 Milliarden Euro für IT-Betriebsdienste aufwenden, damit wandert jeder zweite im IT-Servicemarkt ausgegebene Euro ins Outsourcing-Geschäft.

Den größten Bedarf haben Unternehmen aus der Finanzbranche und der Fertigungsindustrie. In Deutschland fragen die Anwender im Unterschied zu ihren britischen und US-amerikanischen Kollegen häufiger infrastrukturnahe Dienste nach - 66 Prozent der Ausgaben wandern in diesen Bereich. In Großbritannien und den USA sind dagegen häufiger Betriebsdienste für Applikationen und Geschäftsprozesse gefragt. "Infrastrukturnahe Dienste sind weniger geschäftskritisch. Deutsche Anwender geben ungern die Kontrolle aus der Hand, daher eignen sich diese Dienste für den Einstieg ins Outsourcing", sagte Katharina Grimme, Direktor Ovum Deutschland.

Zwar gebe es bislang nur wenige große Abschlüsse in Deutschland und auch die öffentliche Hand halte sich mit Outsourcing-Investitionen zurück, doch das Potenzial des Geschäfts erachtet Grimme als sehr groß. Zurückhaltend zeigen sich die Kunden zudem den Offshore-Offerten der Anbieter gegenüber (siehe auch "Offshoring birgt hohe Sicherheitsrisiken "). Zumeist gebe es emotionale Vorbehalte, doch sie klingen ab. Profitieren werden davon vornehmlich Nearshore-Länder wie Tschechien, Polen und Ungarn, weil sie den Deutschen kulturell und geografisch näher sind (siehe auch "Der Offshore-Trend erreicht Europa"). Zudem gibt es dort deutschsprachige Arbeitskräfte. Reine Offshore-Anbieter, wie sie vor allem aus Indien kommen, sind im deutschen Markt bislang kaum sichtbar.

Zum Thema läuft derzeit eine Online-Umfrage der COMPUTERWOCHE und PAC. Sie soll zeigen, welche IT-Dienste Anwenderunternehmen warum und in welche Länder auslagern. (jha)