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Deutsche Websites verlieren den Anschluß

02.08.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft eco Electronic Commerce Forum e.V. zieht eine nüchterne Bilanz zu den deutschen Internet-Auftritten: Fast 80 Prozent der Websites gingen über eine einfache Präsenz im Netz nicht hinaus und knapp 20 Prozent bieten minimale Funktionalität. Die deutschen E-Commerce-Anbieter liefen durch ihren kreativitäts- und technologiearmen Auftritt Gefahr, von virtuellen Shops aus anderen Ländern abgehängt zu werden.

In diesem Jahr sollen laut Analystenstimmen amerikanische Online-Shops erstmals mehr ausländische als inländische Käufer anziehen. Bereits heute sind 30 Prozent der kommerziellen Websites amerikanischer Anbieter mehrsprachig. Eco-Geschäftsführer Harald Summa warnt: "Wenn dann noch die Logistik nach Europa funktioniert, werden sich auch viele deutsche Webshopper in den virtuellen US-Läden tummeln."

Der Verband fordert daher eine dritte Generation der Web-Auftritte in Deutschland, die "intelligenter, mediengerechter und kundenfreundlicher" gestaltet sein müssen. Gerade die Internet-Agenturen müßten mehr Kreativität und Technologie einsetzen. Summa nennt als allererste Richtlinie für den Technologie-Einsatz den Nutzen für den Konsumenten. Wie erfolgreich dieses Konzept ist, beweisen gerade die Internet-Buchhandlungen.