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Deutsche Telekom will Tausende entlassen

01.12.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom plant im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung, mehrere tausend ihrer 174 000 Mitarbeiter zu entlassen oder in andere Tochtergesellschaften zu versetzen. Der TK-Riese gab bekannt, bis Ende 2000 die bislang 39 Niederlassungen zu 13 zusammenzufassen und dadurch jährlich Kosten von etwa 500 Millionen Mark einzusparen. Telekom-Vorstand Gerd Tenzer teilte gestern mit, für den Umbau müßten etwa 50 Millionen Mark aufgewendet werden.

Der Ex-Monopolist will seine Organisationshierarchie von drei auf zwei Stufen verringern und 4000 der insgesamt 8000 Stellen im Bereich Leitungs- und Querschnittsfunktionen einsparen. Die betroffenen Mitarbeiter sollen teilweise in andere Bereiche wie Vertrieb oder Tochtergesellschaften wechseln oder in den Ruhestand geschickt werden.

Ferner will die Telekom ihren Auskunftsdienst künftig zu zirka 50 Prozent von externen Partnern betreuen lassen. Von den derzeit 6000 Mitarbeitern in diesem Bereich werden im Jahr 2002 nur noch 1500 auf der Payroll des Bonner Carriers stehen. Nach Angaben des TK-Riesen können qualifizierte Angestellte aus dem Call-Center-Bereich zu den Töchtern T-Online und T-Mobil wechseln. Durch diese Maßnahmen will der Konzern die jährlichen Verluste von 100 Millionen Mark in diesem Bereich durch eine sogenannte schwarze Null ersetzen.