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Deutsche haben genug vom PC

01.08.2006
Nicht nur die Verkaufspreise sinken im zweiten Quartal, sondern auch die Zahl der in Deutschland verkauften Systeme.
Wieder einmal hat die PC-Branche mit der Krise zu kämpfen.
Wieder einmal hat die PC-Branche mit der Krise zu kämpfen.

Bislang hat der PC-Markt in Deutschland trotz des starken Preisdrucks immer noch mehr oder weniger funktioniert: Die sinkenden Einnahmen der Hersteller wurden durch steigende Stückzahlen kompensiert. Im jüngsten Quartal ist das traditionelle Gefüge jedoch zerstört worden, und mit ihm die Hoffnung der Hersteller, dass der überraschende Höhenflug der vergangenen zwei Jahre anhalten könnte. Die Branche steckt wieder einmal in einer Krise, die sich für einige Anbieter als existenzbedrohend erweisen könnte.

Laut Gartner Dataquest schrumpfte die Summe der in Deutschland von April bis Juni verkauften Rechner gegenüber dem Vorjahr um knapp vier Prozent auf 1,9 Millionen Geräte. Dabei handelt es sich um den ersten Rückgang seit vier Jahren. Desktops verkauften sich extrem schlecht - minus 13 Prozent. Das Wachstum der Notebooks hat sich inzwischen massiv abgeschwächt - plus acht Prozent. Beide Teilsegmente sind summa summarum sowohl bei Endkunden (minus drei Prozent) als auch bei Unternehmen (minus fünf Prozent) gesättigt, der Wechsel von stationären auf mobile Rechner liegt in den letzten Zügen.

Zudem geht der Preisverfall munter weiter, denn Ende 2005 waren die Lager der Händler geflutet worden. Geräte lassen sich nur über stattliche Rabatte verkaufen, was die Umsätze und Profite der Hersteller weiter schrumpfen lässt. Wer das Spiel nicht mitspielen wollte - Gerüchten zufolge etwa Fujitsu-Siemens (FSC) zu Beginn des Jahres - muss Einbußen bei den Marktanteilen akzeptieren. Das ist zumeist peinlich, daher setzen die Anbieter in der Regel auf die schiere Masse.