Deutsche Bank: 25-prozentige Beteiligung wird mittelfristig beibehalten

26.07.2001

Die gegenwärtig 25-prozentige Beteiligung der Banker an GFT soll mittelfristig Bestand haben. Laut Lamberti wird nicht bei Ablauf der Haltefrist desinvestiert, und auch eine Aufstockung ist nicht geplant, denn in letzterem Fall würde die eigene Nachfragedominanz der Deutschen Bank das GFT-Geschäft behindern. Mit ebendiesem Problem hatte auch Emagine zeitlebens zu kämpfen, wie von Insidern bestätigt wurde. Sollten externe Kunden akquiriert werden, behielt sich der Mutterkonzern häufig eine Art Erstzugriff auf die verfügbaren Ressourcen vor. Bankinterne Projekte hatten Priorität, externe Kundenaufträge mussten zurückgestellt werden. Daher war auch ein Börsengang von Emagine keine realistische Option.

Im Duett mit GFT soll sich die Situation nun ändern. Das Unternehmen will neue Programme sowie Services entwickeln und diese auf dem freien Markt anbieten. Eine potenzielle Zielgruppe seien auch die internationalen Firmenkunden der Deutschen Bank, so GFT-Chef Dietz. Daneben sind die Schwarzwälder "bevorzugter strategischer Partner" der Deutschen Bank für integrierte IT-Lösungen. Hier gilt es, hieß es unter der Hand, schrittweise die Altsysteme des Konzerns zu modernisieren und flexibler zu gestalten. Dies deutet auch auf die zunehmende Neigung von Finanzdienstleistern hin, nicht mehr alle Programme um jeden Preis individuell zu gestalten, sondern auf fertige Lösungen mit behutsam vorgenommenen Anpassungen zu vertrauen.

Für die nötige Kontrolle des zusammengeführten Unternehmens soll ein neues Aufsichtsratsmitglied bei GFT sorgen, dass von der Deutschen Bank stammt. Entgegen vorherigen Spekulationen handelt es sich dabei jedoch nicht um Lamberti, der die Aufgabe eigenen Angaben zufolge lieber einem Kollegen anvertrauen würde.