Prozessor-Architektur

Der x86-Prozessor wird 30 - wie Intel dank IBM alle Gipfel stürmte

Simon Hülsbömer verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.

Was die Zukunft bringt

Die Atom-Prozessoren sind die kleinsten Chips, die Intel bisher gebaut hat. Sie sollen neue Maßstäbe im Highend-Computing setzen.
Die Atom-Prozessoren sind die kleinsten Chips, die Intel bisher gebaut hat. Sie sollen neue Maßstäbe im Highend-Computing setzen.
Foto: Intel

Heute steht die x86-Architektur für immer neue Extreme im Highend-Computing. Anfang April kündigte Intel mit dem Atom-Prozessor die kleinste Recheneinheit an, die das Unternehmen jemals gebaut hat. Seit Ende April arbeitet Intel mit Cray Inc. zusammen, um neue Supercomputer auf Basis von x86-Prozessoren zu entwickeln. Allerdings setzt Cray bereits seit längerem auch die Opteron-Chips von AMD ein.

Es darf also bezweifelt werden, dass x86 so schnell abgelöst wird. "Ich kann mir keinen Grund vorstellen, warum diese 30 Jahre lang erfolgreiche Technologie vom Markt verschwinden sollte. Dafür gibt es zu viel gute Software, die auf den Maschinen läuft", meint Mowry.

Die Konkurrenz schläft nicht

Über die Jahre sah sich Intel trotzdem immer wachsender Konkurrenz ausgesetzt. Die taiwanische Firma VIA Technologies gründete sich 1987 in Silicon Valley, um unter anderen Core-Logic-Chipsets mit x86-Technologie für Motherboards und andere Komponenten zu vertreiben. Heute ist VIA in verschiedenen Bereichen aktiv - mit x86-Chips vornehmlich im mobilen Bereich.

AMD (Advanced Micro Devices) ist seit etwa dem Jahr 2000 mit eigenen Chips am Markt. In den 20 Jahren zuvor hatte das Unternehmen lediglich x86-Chips kopiert. Mit dem x86-64 stellte AMD im Jahr 2000 dann ein eigenes 64-Bit-Superset für die Intel-Architektur vor, mit dem Anwender erstmals 32-Bit-Software auf 64-Bit-Rechnern betreiben konnten. Intels eigene 64-Bit-Architektur Itanium war dagegen nicht mit den 32-Bit-Programmen für die eigene x86-Architektur kompatibel. Erst 2004 konnte Intel diesen Nachteil ausgleichen, als es das 64-Bit-Superset "EM64T" veröffentlichte. AMD ist auch heute noch Intels schärfster Konkurrent, auch wenn sich Intel in den vergangenen Jahren mit neuen Entwicklungen wieder ein wenig nach vorne geschoben hat.