Der Markt für Netzausrüster

Der Markt für Netzausrüster: Zwei Hochzeiten, noch kein Todesfall

27.09.2006

Trotz dieser Projekte gilt Deutschland unter den Netzausrüstern derzeit als hart umkämpfter Markt. Darin unterscheidet sich die Bundesrepublik allerdings nicht von Frankreich, Großbritannien oder den skandinavischen Staaten. Ein Grund dafür ist, dass die Netzbetreiber hierzulande, ebenso wie in den Nachbarländern, unter einem erhöhten Preisdruck stehen. Der Wettbewerb im Mobil- und Festnetz hat die Gebühren und damit die Einnahmen sinken lassen. Dies bekommen auch die Zulieferer der Telekommunikationskonzerne zu spüren.

Dumping aus China

Hinzu kommt, dass die Netzbetreiber möglichst viele Komponenten und Dienstleistungen von einigen wenigen Lieferanten beziehen wollen. "Derzeit gibt es sehr viele Anbieter, und das möchten die Kunden nicht", sagt Lee Doyle von der Network Infrastructure Group des Marktforschungsunternehmens IDC. Firmen wie Tellabs, Sonus oder Redback werden es zunehmend schwer haben, ihre Produkte an den Mann zu bringen, so gut diese auch sein mögen. Die Zeichen stehen auf "One-Stop-Shopping".

Vom gestiegenen Kostenbewusstsein der Netzbetreiber wollen insbesondere die zwei größten Netzausrüster aus China profitieren, Huawei und ZTE. Beide haben nach Einschätzung von Experten im vergangenen Jahr im deutschen Markt Boden gutgemacht. Allerdings lässt sich das nur indirekt belegen, weil die zwei Unternehmen, ebenso wie ihre Konkurrenten aus Europa und Nordamerika, keine Umsatzzahlen für Deutschland ausweisen. Huawei beliefert unter anderem die Deutsche Telekom und BT mit Telekommunikations-Ausrüstung. Das Unternehmen ist stark damit beschäftigt, vorhandene Aufträge abzuwickeln - zu Lasten des Neugeschäfts. Ein Grund für den Erfolg sind die attraktiven Preise. Im Vergleich zu amerikanischen oder europäischen Netzausrüstern verlangt Huawei nach Angaben von Insidern für seine Produkte rund 20 Prozent weniger.