Der Markt für Netzausrüster

Der Markt für Netzausrüster: Zwei Hochzeiten, noch kein Todesfall

27.09.2006

Internet-Fernsehen hat Zukunft

Auch die Konkurrenten der Telekom bauen ihre Breitbandnetze aus. Der spanische Konzern Telefónica etwa möchte bis Mitte 2007 rund 500 Städte in sein ADSL2+-Netz einbinden. Es ist für Übertragungsraten von bis zu 25 Mbit/s ausgelegt. Daneben erweitern Arcor, Hansenet ("Alice") und QSC derzeit ihre ADSL-Infrastruktur. Sie wollen darüber, ebenso wie T-Com, neben einem schnellen Internet-Zugang auch Telefondienste (Voice over IP) und Fernsehen (IPTV) anbieten. "Wir gehen davon aus, dass es 2008 in Deutschland etwa drei Millionen IPTV-Anschlüsse geben wird", sagt Alf Henryk Wulf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Netzausrüsters Alcatel SEL AG. "Jeder DSL-Kunde ist ein potenzieller IPTV-Nutzer."

Eine vergleichbare Situation ist im Mobilfunk zu beobachten. T-Mobile, Vodafone, O2 und Co. sind derzeit dabei, ihre Mobilfunknetze zu modernisieren, wenn auch nicht mehr im selben Maße wie in den vergangenen Jahren, als sie etwa 30 bis 40 Milliarden Euro in den Aufbau einer Infrastruktur für UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) steckten.

Implementiert werden Erweiterungen von UMTS, etwa "Highspeed Downlink Packet Access" (HSDPA). Damit lassen sich Bilder, Videos oder Musikdateien mit bis zu 3,6 Mbit/s auf ein Handy herunterladen. Die Netzbetreiber wollen die Übertragungsgeschwindigkeit schrittweise sogar bis auf 7,2 Mbit/s erhöhen. Entsprechende Mobiltelefone kommen derzeit auf den Markt. Nokia und Ericsson experimentieren bereits mit einem noch leistungsfähigeren Verfahren namens "Highspeed Packet Access" (HSPA). Es soll Übertragungsraten von mehr als 100 Mbit/s erlauben.

Eine dritte Technik, die nach Ansicht von Markforschern UMTS ergänzen kann, ist Wimax. Diese Funk-Übertragungstechnik überbrückt Distanzen von mehreren Kilometern und stellt bis zu 108 Mbit/s zur Verfügung. Sie könnte vor allem als Zugangsverfahren auf der "Letzten Meile" zum Zuge kommen, aber auch in mobilen Geräten. Derzeit bereitet die Bundesnetzagentur die Versteigerung der Frequenzbänder vor, die für Wimax in Frage kommen.