Der Markt für Datenbanken

Der Markt für Datenbanken 2005: Auf ihnen ruht alles

13.10.2005
Von von Jan

Sonderweg Microsoft

Allerdings wird der Schlingerkurs von Oracle laut Zilch die Anwender nicht zu anderen Produkten greifen lassen: „Eine Datenbankmigration ist viel zu aufwändig und zu teuer, als dass sich die Kunden deswegen von Oracle abkehren würden.“

Einen anderen Weg, die eigene Datenbank im Markt zu verankern geht Microsoft. Das Redmonder Unternehmen versucht, mit günstigen Produktbündeln bei den Anwendern zu landen. So legt Microsoft zum Beispiel der Komplettlösung für kleinere Unternehmen - dem Windows Small Business Server 2003 - den eigenen SQL Server bei.Microsoft konnte weltweit im Datenbankbereich mit rund 18 Prozent das größte Wachstum aller Anbieter verzeichnen und hält global nun auf Platz drei 20 Prozent Anteil am Gesamtmarkt. In Deutschland ist der Anteil sogar etwas höher, hier kommen die Redmonder auf fast 23 Prozent. Laut Zilch ist die Microsoft- Strategie durchaus Erfolg versprechend: „Reine Datenbanken werden immer mehr zur Commodity. Damit eignen sie sich sehr gut für Bundles.“

Middleware entscheidend

Andere Datenbankanbieter können keine relevanten Marktanteile für sich reklamieren - was meist daran liegt, dass die Produkte hoch spezialisiert sind. Bereits der Vierte auf der Gartner-Liste, NCR Teradata, muss sich mit 2,2 Prozent des Kuchens zufrieden geben.Mehr Dynamik findet sich im Open-Source-Lager. Die Open- Source-Datenbanken werden ernst zu nehmende Alternativen. MySQL hat mit Version 5 nun wichtige Lücken geschlossen und kann zum Beispiel Views und Trigger - unverzichtbar beim Einsatz in ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning) - unterstützen. PostgreSQL ist seit einiger Zeit auch für Windows verfügbar, der User-Support wird durch regionale Dienstleister zunehmend verbessert. Allerdings dürfte es wegen der komplizierten Migration den Anbietern quelloffener Datenbanken schwer fallen, nennenswerte Marktanteile von den etablierten Herstellern abzuziehen. Ihre Chance liegt vor allem in neuen Projekten. „Open-Source-Datenbanken werden deutlich dazugewinnen, während die anderen Hersteller sich auf ungefähr dem heutigen Niveau halten“, prognostiziert der Experton-Analyst Zilch.