IT-Strategie

Der Bauplan für die SOA

16.10.2008
Von 
Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Fachabteilungen müssen ins Boot

Last, but not least sollten Projektverantwortliche aus den Erfahrungen anderer Unternehmen ihre Lehren ziehen. Analysen typischer Fehler in SOA-Projekten gibt es inzwischen zuhauf. Ein zentrales Problem scheint noch immer darin zu liegen, dass die Protagonisten SOA als reines IT-Thema ansehen und entsprechend kommunizieren. Wer den Ansatz aber nur als Architekturparadigma für die Softwareentwicklung begreift, wird die erhofften Vorteile wie Flexibilität, Agilität und Effizienz kaum ernten können. Das volle Potenzial entwickelt eine SOA erst über die damit zu erzielenden Prozessverbesserungen. Dazu müssen die Fachabteilungen ins Boot (siehe auch: SOA Best Practices).

Damit zusammen hängt ein weiteres Problem, auf das auch das Business Application Research Center (Barc) hinweist. Trotz des Hypes auf dem SOA-Markt fehlt noch immer eine einheitliche SOA-Definition. "Das massive Hersteller-Marketing mit dem Begriff SOA und ein teils sehr technisches Vokabular verwirren die Verantwortlichen zusätzlich", monieren die Barc-Experten.

Anne Thomas Manes, Burton Group: 'IT-Abteilungen müssen einen kulturellen Wandel schaffen.'
Anne Thomas Manes, Burton Group: 'IT-Abteilungen müssen einen kulturellen Wandel schaffen.'

Hinzu kommen weiche Faktoren, die SOA-Verantwortliche allzu oft vernachlässigen. Anne Thomas Manes, Analystin beim Beratungsunternehmen Burton Group, nennt die Begriffe Vertrauen und Kultur beim Zusammenwirken von Business- und IT-Mitarbeitern. Es sei Sache der IT-Abteilung, dieses Vertrauen aufzubauen. "Sie müssen einen kulturellen Wandel schaffen", forderte sie die Besucher der hauseigenen Fachkonferenz "Catalyst" auf. In Anspielung auf viele von der IT frustrierte Anwender appellierte sie an die Techniker unter den Zuhörern: "Sie haben die Herzen der Fachbenutzer über so viele Jahre gebrochen, jetzt ist es an Ihnen, den ersten Schritt zu tun."